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Schnelltests und die Bürokratie

Zum Artikel „Ein Test in 15 Minuten - und bis zu tausend Tests am Tag“ vom 13. März

Die Initiative der drei Kirchheimer, ein Schnelltestzentrum aufzubauen, ist sehr zu begrüßen. Leider droht das Ganze wieder einmal an deutscher Bürokratie und ängstlicher Gründlichkeit zu scheitern, wie man auch schon bei der Beschaffung der Impfstoffe und dem Hin und Her bei der Teststrategie sehen konnte. Wa­rum nimmt sich Kirchheim nicht ein Beispiel an Tübingen, wo eine engagierte Ärztin und ein innovativer OB seit Monaten eine hervorragende Impf- und Teststrategie aufgebaut haben, und zwar unter finanzieller Vorleistung der Stadt! Die 12,8 Millionen für den Umbau des Kornhauses sind offenbar locker vorhanden, aber wenn’s brennt, mal die Summe für eine ausreichende Menge Schnelltests vorzuschießen, wohl nicht.

Auch für die Maskenempfehlung an Grundschulen bedurfte es wieder einer „Kommission“, mit dem Ergebnis einer halbherzigen „Empfehlung“. Ja geht’s noch? Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen inzwischen doch, dass auch Kinder, besonders im Hinblick auf die Mutationen, das Virus verbreiten können. Schon mit Rücksicht auf die Lehrerinnen und Lehrer müsste für alle Schülerinnen und Schüler eine Maskenpflicht bestehen. Vielleicht dringt diese Erkenntnis durch, wenn die ersten Schulen wieder geschlossen werden müssen. Übrigens: In Tübingen kann inzwischen bei niedriger Inzidenz nach dem Vorweisen eines Schnelltests, den man jederzeit an den Teststellen in der Stadt bekommt, überall wieder eingekauft werden!

Michael Ostertag, Aichelberg

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