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Schwarzbauer gelingt der Durchbruch

Mountainbike Der 25-jährige Reuderner vom MTB Teck fährt beim Weltcuprennen in Lenzerheide als Zehntplatzierter erstmals in seiner Karriere unter die Top Ten. Von Armin Küstenbrück

Die beiden besten Deutschen unter sich: Die Lexware-Teamkollegen Max Brandl (links, Neunter) und Luca Schwarzbauer (Zehnter) fei
Die beiden besten Deutschen unter sich: Die Lexware-Teamkollegen Max Brandl (links, Neunter) und Luca Schwarzbauer (Zehnter) feiern im Ziel von Lenzerheide ihren ERfolg. Foto: Armin Küstenbrück

Ein Traum ist am Sonntag für den Reuderner Mountainbiker Luca Schwarzbauer wahr geworden: Beim vorletzten Weltcup der Saison in der Lenzerheide südlich von Chur in der Schweiz belegte der 25-Jährige erstmals einen Top-Ten-Platz. Den Grundstein dafür hatte er bereits am Freitagabend gelegt, als er sich in seinem ersten Shortrace für die dritte Startreihe beim Rennen über die olympische Distanz qualifizierte.

Vor einer beinahe schon unglaublichen Zuschauerkulisse von knapp 10 000 begeisterten Fans gelang es Schwarzbauer, sich auf dem genau 4000 Meter langen Kurs hinter der ersten Verfolgergruppe festzubeißen und diese Position dann auch zu halten: „Ich hätte wesentlich risikanter fahren können, aber ich wollte es nicht zu arg übertreiben“, sagte ein völlig ausgepumpter, aber strahlender Schwarzbauer nach dem Rennen. „Als dann gegen Ende das Sturzrisiko nicht mehr so hoch war, weil sich das Feld doch schon weit auseinandergezogen hatte, bin ich noch mal „all-in“ gegangen.“

Diese Attacke wurde belohnt: Im Zielsprint um Platz neun musste er sich zwar seinem Freiburger Teamkollegen Max Brandl geschlagen geben, konnte aber auf den letzten Metern den ehemaligen U23-Weltmeister Sam Gaze aus Neuseeland noch distanzieren und sich so den zehnten Platz sichern und damit auch das beste deutsche Gesamtergebnis seit vielen Jahren.

„Gewonnen habe ich das Rennen natürlich noch lange nicht“, schätzte Schwarzbauer seine Chancen für die Zukunft ein, „aber man sieht, was mit einer guten Startposition möglich ist.“ Deswegen werde er auch in zwei Wochen beim Weltcup-Finale im US-amerikanischen Snowshoe (West Virginia) versuchen, sich über das Shortrace wieder für die vorderen Startreihen zu qualifizieren.

Der Sieg auf der Lenzerheide ging im Sprint einer Vierergruppe an den Franzosen Victor Koretzky, der bereits den Weltcup-Auftakt in Albstadt gewonnen und sich so endgültig in der Welt­spitze etablierte hatte. Koretzky schlug nach 1.18,23 Stunden Fahrzeit den frischgebackenen neun­fachen Weltmeister Nino Schurter und den Weltcup-Führenden Mathias Flückiger (beide Schweiz). Schwarzbauers Rückstand auf den Sieger wurde im Ziel mit 1,05 Minuten notiert.

Böhm zieht durch

Die Weilheimerin Kira Böhm vom RV Reudern, die sich nach eigenen Angaben schon „sehr auf das Rennen“ gefreut hatte, musste lange Zeit mit Übelkeit kämpfen und überlegte immer wieder, das Rennen kurz zu unterbrechen. Bereits in der ersten Abfahrt der U23-Frauen hatte sie einige Plätze gutmachen können, dann aber das Tempo herausnehmen müssen, weil ihr „wirklich kotzübel war“. Doch Böhm konnte sich wieder ein wenig regenerieren und in der dritten von insgesamt vier Runden wieder Plätze gutmachen. Als die Übelkeit dann in der letzten Runde erneut zurückkam, war ihr das „egal“. „Ich habe es dann einfach durchgezogen“, berichtete Böhm nach dem Rennen, das sie auf Platz 28 beendete, nachdem sie im Zielsprint die Ungarin Regina Schmidel noch abgehängt hatte. „Damit bin ich vollauf zufrieden“, strahlte Böhm in ihrem ersten Jahr in der U23-Klasse: „Es war ein hartes Rennen, aber es hat mir viel Spaß gemacht“, zog die 19-Jährige eine positive Bilanz ihres letzten Weltcups der Saison 2021.

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