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Schwarzbauer holt Bronze bei der WM

Mountainbike Im Staffelwettbewerb landet die deutsche Mannschaft hinter Frankreich und den USA auf Rang drei.

Val di Sole. Zwei Wochen nach der Europameisterschaft starten diese Woche im italienischen Val di Sole nördlich des Gardasees die Mountainbike-Weltmeisterschaften. Traditioneller Auftakt ist das Team-Relay, die gemischte Staffel, bei der die teilnehmenden Nationen je Altersklasse (Junioren, U23, Elite) und Geschlecht einen Fahrer in freier Reihenfolge auf den originalen Cross-Country-Kurs schicken, sodass insgesamt sechs Runden zu bewältigen sind.

Dabei ist bis zum Schluss selten klar, wer vorne liegt: Denn durch die unterschiedliche Reihenfolge der Startenden kommt es teils zu erheblichen Verschiebungen im Klassement, wenn beispielsweise eine Juniorin gegen einen männlicher Elite-Fahrer antritt. Dieser Knoten löst sich dann erst in der letzten Runde, wenn alle Kategorien wieder ins Ziel kommen.

Doch schon vor dem letzten Fahrer war klar, dass Deutschland um die Medaillen mitkämpfen würde: Nina Benz aus Laichingen übergab an zweiter Stelle liegend an Schlussfahrer Luca Schwarzbauer aus Nürtingen und als Elite-Mann einem der stärksten Fahrer im Feld, dem die Konkurrenz aus U23-Fahrern und Junioren kaum gefährlich werden konnte. Eigentlich. Denn der amerikanische U23-Fahrer Riley Amos, als Dritter mit 14 Sekunden Rückstand auf den Deutschen auf die genau 4000 Meter lange Schlussrunde gegangen, machte dem Reuderner das Leben schwer. Amos legte mit 12,17 Minuten die mit Abstand schnellste Rundenzeit überhaupt an diesem Tag hin und konnte Schwarzbauer am Fuße des letzten langen Anstiegs stellen. „Eigentlich konnte ich mich im Windschatten gut erholen, aber ich bin dann oben nicht mehr vorbeigekommen“, kommentierte Schwarzbauer die wohl entscheidende Szene. „Ich hätte auch noch die Beine gehabt, mit Ach und Krach an ihm vorbeizukommen, aber er hat immer wieder ‚zugemacht‘, wenn ich vorbeifahren wollte.“ Mit unglaublichem Tempo stürzten sich die beiden gemeinsam in die letzte Abfahrt. „Da hat es dann nicht mehr gereicht, um vorbeizukommen.“ Und obwohl Schwarzbauer die drittschnellste Runde fuhr, konnte er den Verlust der Silbermedaille nicht aufhalten: eine Sekunde hinter den USA und 49 Sekunden hinter den französischen Titelverteidigern (Siegerzeit: 1.25,51 Stunden) überquerte Schwarzbauer die Ziellinie.

„Ich bin schon enttäuscht“, so Schwarzbauer, „ich kam direkt aus dem Trainingslager hierher, vielleicht waren die Beine noch nicht ganz frisch. Aber wir haben mit einem geilen Team Bronze geholt“, zeigte sich der Nürtinger, der am Samstag im Elite-Rennen startet, zufrieden. Kira Böhm (Weilheim) stellt sich dann der U23-Konkurrenz. Armin Küstenbrück

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