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Schweigen über Motiv der Bluttat

Justiz Nach dem gewaltsamen Tod einer 34-Jährigen in Kemnat verrät die Polizei zum Schutz der Familie keine Details mehr.

Ostfildern. Was steckt hinter der Tragödie von Kemnat? Haben die zwei minderjährigen Kinder den tödlichen Streit ihrer Eltern miterlebt? Wie viele Schüsse sind gefallen? Auf all diese Fragen geben die Ermittlungsbehörden keine Antworten. „Zum Schutz der Familie gibt es keine weiteren Details“, sagt Christian Wörner, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. Alles für die Öffentlichkeit Relevante sei gesagt. So halte man es stets bei innerfamiliären Auseinandersetzungen. Nach bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft war es am Samstag gegen 22 Uhr in einer Wohnung in der Heumadener Straße zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen einem 55-Jährigen und dessen 34 Jahre alter Ehefrau gekommen. Was der Auslöser war, geben die Ermittler ebenfalls nicht preis.

Ermittlungen laufen noch

Im Laufe des Streits soll der Mann auf seine Frau geschossen haben. Laut Polizei mit einer Waffe, die er illegal besessen hat. Die 34-Jährige erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie später starb. Die Einsatzkräfte, die der 55-Jährige selbst alarmiert hatte, konnten die Frau nicht mehr retten. Ohne Gegenwehr ließ sich der dringend Tatverdächtige von den Polizeibeamten festnehmen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Laut Polizeisprecher Wörner sind die Ermittlungen zu dem Fall noch nicht abgeschlossen. Was genau in der Kemnater Wohnung passiert ist und wie es dazu gekommen ist, wird wohl erst im Gerichtssaal bekannt werden, wenn dem Vater der Prozess gemacht wird.

Ähnliche Verbrechen hatte es im Kreis Esslingen zuletzt immer wieder gegeben. Im August 2015 kam es in Esslingen zu einer Tragödie. Zwischen einem 48-Jährigen und dessen 78 Jahre alter Mutter war es in der Wohnung zunächst zu einem Streit gekommen. Plötzlich griff sich der Mann ein Küchenmesser und stach mehrfach auf seine Mutter ein. Dann verbarrikadierte er sich im Keller und nahm sich das Leben. Die Mutter starb im Krankenhaus.

Ähnliche Verbrechen im Landkreis

Ein blutiges Ende nahm im Februar 2017 auch ein Familienstreit in Reichenbach. Ein Vater stach seine Frau mit einem Messer brutal nieder. Die beiden gemeinsamen Kinder, zehn und zwölf Jahre alt, mussten zusehen, wie ihre Mutter starb. Ein Tötungsdelikt mit anschließendem Suizid sorgte im gleichen Jahr in Unterensingen für Schlagzeilen. Ein 45-jähriger Vater tötete zunächst seine acht und vier Jahre alten Kinder und danach sich selbst. Letzter Tatort war Nürtingen-Reudern, wo im Juli 2017 ein 52-Jähriger seine Frau und danach den Lebenspartner seiner Tochter erschoss.Harald Flößer

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