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Selams Geschichte und ihr Appell

Seit 30 Jahren lebt die 51-jährige Äthiopierin in Deutschland, seit fast 20 Jahren in Kirchheim. In Tigrays Hauptstadt Mek‘ele 1970 geboren, wuchs sie nach dem Tod der Mutter in einem Waisenheim auf. Damals entstand die Verbindung zum damaligen Männerkreis des CVJM Notzingen, der eine Patenschaft für das Mädchen übernahm. Als 1989 Unruhen in Tigray ausbrachen, wurde das Heim aufgelöst und die Bewohner des Heims wurden sich selbst überlassen. Wie so viele ihrer Landsleute es heute verzweifelt versuchen, ist auch Selam damals als junge Frau vor dem beginnenden Krieg unter schwierigsten Bedingungen in den Nachbarstaat Sudan geflohen, drei Monate der Flucht zu Fuß. Unter dem großen Engagement ihrer Notzinger Paten gelang es schließlich, Selam im August 1991 nach Notzingen zu holen. Sie lernte Deutsch, machte in den Folgejahren eine Ausbildung zur Krankenschwester, heiratete und bekam eine Tochter und einen Sohn, die heute beide studieren.

Selam appelliert, dass die Weltgemeinschaft dem Völkermord in Tigray ein Ende setzt, dass eritreische und äthiopische Soldaten sowie die Amharische Miliz die Region verlassen. Zudem sollten Hilfsorganisationen mit Lebensmitteln und Medizin ins Land gelassen und unschuldig Inhaftierte freigelassen werden. Kriegsverbrecher sollten vor Gericht kommen, damit den Vergewaltigungsopfern Gerechtigkeit widerfährt. Waffenlieferungen aus dem Ausland müssen gestoppt werden.eis


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