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Selbstreflexion? Fehlanzeige

Zu den Artikeln „Baden-Württemberger wollen am Auto festhalten“ vom 3. Dezember und „Minister Hermann wehrt sich“ vom 4. Dezember

Winfried Hermann hat es sicherlich nicht leicht. Das von ihm, zumindest verkehrspolitisch, regierte Volk sieht einfach nicht ein, dass seine und nur seine Art zu leben und sich fortzubewegen, die einzig richtige ist. Dabei hat er sich doch solche Mühe gegeben, alles, was nicht in seine Welt passt, so madig wie möglich zu machen.

Das fing schon vor über zehn Jahren an. Da wetterte er gegen die Deutsche Bahn. Zwei schlimme Ereignisse brachten ihn und die Grünen in Regierungsverantwortung. Seitdem kann er endlich seine Ideen umsetzen. Bei der versprochenen Volksabstimmung machte ihm aber das befragte Volk den ersten Strich durch die Rechnung. Sehr zu seinem Unmut, ist doch sein Weg der einzig richtige.

Es folgten Jahre des Auflehnens gegen alles Mögliche, was nicht in den grünen Mobilitätsplan à la Hermann passt. Das Resultat sieht man nun auch in der Umfrage zur Verkehrspolitik. Stillstand, Verfall und Verteuerung. Eine reife Leistung des seit knapp zehn Jahren verantwortlichen Ministers. Nun tritt er aber die Flucht nach vorn an. Die Probleme können ja kaum sein Fehler sein. Alle anderen sind schuld, nur nicht Winfried Hermann. Klar. Er hat schließlich das Patentrezept für die Mobilität von morgen. Nicht jeder für sich, sondern nur das grüne Verkehrsministerium entscheidet, wer, wann, wie, wohin fährt.

Das Volk kann und will das aber gar nicht. Deshalb hat der Minister neuerdings auch den Plan, nach der kalten Enteignung auch die heiße einzuführen.

Ralph Kittl, Kirchheim

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