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Sich selbst verprügeln

Zur Berichterstattung über die IAA in Frankfurt

Eine mutige Wette auf die Zukunft. Nichts anderes kann die IAA im Jahr 2017 sein.

Es gibt ja den Spruch: Am Wahltag ist Zahltag. Wir Deutschen haben die Begabung, uns selbst zu verprügeln, indem wir unsere Top-Produkte madig machen, wodurch es den Politikern immer wieder gelingt, in kluger Weise führende Professoren, studiert im Maschinenbau und über Jahrzehnte mit den Antriebssystemen beschäftigt, über ihre politische Macht aus dem Rennen zu nehmen.

Man erinnert sich schmerzlich an die Diskussion und vor allem das fatale Ergebnis im Nachgang der Atomkatastrophe in Fukushima. Einziger Unterschied: Die Katastrophe dieses Mal passierte nicht im fernen Japan, sondern in den Konzernzentralen unserer Vorzeigeindustrie und möglicherweise auch bei renommierten Zulieferern.

Nur zur Erinnerung: Die deutsche Kraftwerkstechnologie galt bis zum Katastrophentag in Japan als weltweit führend und jedenfalls mittelfristig als zukunftssicher. Innerhalb weniger Tage galt das alles nichts mehr - an den Folgen in Form einer schlecht gelingenden Energiewende haben wir heute noch zu leiden und werden noch lange daran leiden.

„Wir können uns entscheiden, ob wir diese Verbrennungsmotoren noch bauen wollen oder andere“, warnt bereits ein Forscher davor, um dann weiterhin den Standort schlechtzureden.

Eines dürfte dabei klar sein: Ist eine Technologie erst einmal bei uns verschwunden, wird sie auch nicht mehr zurückkommen und muss dann teuer wieder eingekauft werden. Beispiele hierfür gibt es mehr als genug, siehe Unterhaltungstechnik, Handy, Computer, Batterie und Co. Allesamt Konstruktionen, aus deutscher Hand miterforscht und entwickelt - und die dann nicht mehr als wichtig genug erachtet wurden.

Franz Pfeffer, Dettingen

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