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Sinnlose Fuchstötung

Zum Artikel „Die Staupe rafft die Füchse dahin“ vom 16. März

In Baden-Württemberg wurden laut „Landwirtschaftlichem Zentrum Baden-Württemberg“ in Aulendorf seit 2012 rund 300 000 Füchse von Jägern erlegt, obwohl zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Fuchsjagd langfristig weder zur Bestandsregulierung noch zur Seuchenbekämpfung taugt beziehungsweise sogar zu deren Verbreitung beiträgt.

Zwei Beispiele: Um die Tollwut auszurotten, wurden in den 70er-Jahren Hunderttausende von Füchsen in Europa vergiftet, vergast und abgeschossen. Völlig umsonst - die Zahl der Tiere veränderte sich nicht und die tödliche Seuche breitete sich weiter aus. Erst Impfköder brachten den gewünschten Erfolg. Seit 2008 ist Deutschland offiziell frei von terrestrischer Tollwut.

Im Herzogtum Luxemburg wurde 2015 die Fuchsjagd trotz des erbitternden Widerstandes der Jägerschaft verboten. Bis heute gibt es keine Anzeichen für eine Zunahme der Fuchspopulation. Die Vogelschützer stellten keine Probleme für Bodenbrüter fest und die Befallsrate der Füchse mit dem Fuchsbandwurm verringerte sich von 39,7 Prozent im Jahr 2014 auf 24,6 Prozent im Jahr 2017.

Bestätigt werden diese Beobachtungen auch durch eine vierjährige Untersuchung in einem Gebiet rund um Nancy. Trotz erheblich intensivierter Bejagung konnte die Fuchsdichte dort nicht gesenkt werden. Stattdessen stieg der Fuchsbandwurmbefall während der Bejagung von 40 auf 55 Prozent an, während er in einem angrenzenden Kontrollgebiet konstant blieb.

Marie-Luise Strewe, Lenningen

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