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Smartphone im Flugmodus

Zum Artikel „Besser schlafen ohne Handy“ vom 20. April

Sie schrieb ein Buch zu „Die Anbetung: Über eine Superideologie namens Digitalisierung“ (2020). In Deutschlandfunkkultur folgte der Beitrag „Das Ende der Anbetung“ von Christian Rabhansl.

Sie wirbt um die Renaissance des analogen Lebens. „Sie“ ist eine leitende deutsche Managerin (Vorsitzende der Entega; zuvor bei Bayer, Sony, VEBA, E.ON tätig) und außerdem Präsidentin des BdEW, des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft: Dr. Marie-Luise Wolff. Sie ist im Hochschulrat der Universität Darmstadt und im Aufsichtsrat der Universität Köln und im Kuratorium der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ihr Buch ist Anlass zum Nachdenken und Innehalten. Digitalisierung ist nicht nur gut.

Das Oberverwaltungsgericht Münster, Nordrhein-Westfalen, stoppte dieses Jahr vorerst eine Smartmeter-Pflicht (21 B 1162/20). Kommunen haben bezüglich Funknetzausbau viel mehr Handlungsspielraum als allgemein angenommen, wie Professor Wilfried Kühling in einer Publikation zu „5G/Mobilfunk durch gesamträumliche Planung steuern“ jüngst beschrieb (2021).

Wenn im Teckboten, Ratgeber Gesundheit, unter Bezug auf dpa (Deutsche Presseagentur), getitelt wird, „Schlafzimmer soll smartphonefreie Zone sein“, dann ist das für viele einleuchtend. Aber die Begründung, blaues Licht störe die Produktion des Schlafhormons Melatonin, ist relativ. Wessen Handy leuchtet nachts überhaupt? Allerdings kann der Mobilfunk an sich mindestens den Schlaf stören. Deshalb sollte so oft wie möglich am Smartphone der Flugmodus aktiviert werden. Der Akku hält dadurch länger und man gerät dann auch eher nicht in den Fokus von ­„beams“, den gezielten Sendestrahlen der Mobilfunkantennen.

Dr. Niels Böhling, Kirchheim

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