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So gewinnt man keine Mitarbeiter

Zum Artikel „Acht Prozent mehr für den öffentlichen Dienst“ vom 4. März

Der öffentliche Dienst der Länder soll acht Prozent mehr Gehalt bekommen. Dies auf 33 Monate gestaffelt. Dies ist in der Summe eine stolze Zahl. Schaut man aber etwas genauer hin, sind dies knapp drei Prozent im Jahr. Dazu kommen noch die Aufschläge in den unteren Lohngruppen und für Pflegekräfte. Dies musste vom Arbeitgeber gegeben werden, um das verfassungsgemäße Abstandsgebot zwischen Einkommen und Sozialleistungen einzuhalten. Also ist es in der Summe knapp über drei Prozent. Dies entspricht weder den allgemeinen durchschnittlichen Lohnabschlüssen des letzten Jahres noch dem Abschluss des Bundes im letzten Jahr. Damit gewinnt der Arbeitgeber keine neuen Mitarbeiter.

Auch die vom Arbeitgeber immer wieder beschworene Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann hier nicht helfen, wenn man die Überstunden sieht, die im öffentlichen Dienst in allen Teilbereichen vor sich her geschoben werden. Überstunden bedeuten fern von der Familie im Büro oder sonst wo. Also nichts mit Familie.

Auch der viel gelobte Verdi-Chef Frank Bsirske sollte sich über diesen Abschluss nicht so freuen. Es ist kein Abschluss, der in die Zukunft zeigt. Der Rückstand zwischen Gehalt im öffentlichen Dienst und außerhalb des öffentlichen Dienstes wird dabei nicht kleiner, sondern eher größer.

Peter Lehmann, Lenningen

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