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Soziale Medien und Trauer

Wie die digitale Welt das Trauern verändert

Veränderung der Trauer durch frei vernetzbar digitale Tagebücher. Bildquelle: Pexels

Ips/MP. Der Umgang, die Wahrnehmung und das Konzept der Trauer durch die Digitalisierung verändern sich. Das Wachstum von sozialen Netzwerken verursacht gleichermaßen Komplikationen im Zusammenhang von Ethik der Trauer wie auch neue Möglichkeiten für Hinterbliebene. Sie müssen sich darum kümmern, nach dem Tod die Profile aus den Netzwerken zu löschen, weil sie meistens nicht automatisch beendet werden oder ein digitaler Nachlass wird als Alternative in die Praxis umgesetzt, worin das Profil gepflegt und betreut wird. Das Nutzerkonto im Gedenkzustand zu halten, ermöglicht Familienangehörigen und Freunden zusammenzukommen und Erinnerungen zu teilen, welche heimisch ansässig oder durch den Lebensweg global verstreut sind. Diese Trauerzugehörigkeit bietet den Vorteil einer Linderung der Trauerphasen sowie Vernetzung mit Trauerbegleitung, die geografisch bedingt nicht verfügbar ist. Schwierig wird es, wenn sich heranwachsende Kinder und Jugendliche mit "Entrechteter" und "Fehlender Trauer" konfrontieren: Aus der Medien- und Kommunikationswissenschaft geht hervor, dass digitale Tagebücher und Schlagzeilen der sozialen Medien mehr zum Interesse an dem Tod von Stars, Prominenten und eines alltäglichen Menschen beitragen können als ein Verlust in der eigenen Familie. Eine Überforderung erfolgt durch uneingeschränkte und unmittelbare Transparenz eines jeden Sterbefalls, der textlich und audiovisuell vernetzt wird.


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