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Sozialticket statt Palmer-Idee

Zum Artikel „OB Palmer will Ticketlösung“ vom 20. August

OB Palmer kann es nicht lassen: Wieder einmal macht er Stimmung gegen Asylbewerber, da einige von ihnen, wie auch Deutsche mit geringem Einkommen, beim Schwarzfahren erwischt wurden. Ein Netzticket zu einem erschwinglichen Preis für Asylbewerber einzuführen, ist ja eigentlich eine gute Idee. Nur frage ich mich, wieso eigentlich nicht für alle in der Region Stuttgart lebenden Menschen mit geringem Einkommen. Herr Palmer will nicht sozialgerechte Mobilität für alle, sondern versucht Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen und unsere Gesellschaft zu spalten.

Die vielen Menschen, die von Hartz  IV, von niedrigen Renten und mit geringem Einkommen auskommen müssen, werden sich doch fragen, warum sie nicht in den Genuss eines Sozialtickets kommen. Ein Sozialticket ist eine Ermäßigung auf Monatskarten oder Einzelfahrscheine, die nach sozialen Kriterien gewährt wird. Ein Sozialticket muss so ausgestaltet sein, dass es Mobilität für alle sichert und Ausgrenzung verhindert. Mobilität muss für jeden und jede bezahlbar sein. Der Preis darf nicht höher sein als im Hartz  IV-Satz vorgesehen, nämlich 23 Euro.

Heute sind Menschen mit geringem Einkommen weitgehend auf Ziele beschränkt, die zu Fuß und mit dem Fahrrad erreicht werden können. Dies bedeutet alltäglicher Ausschluss aus dem kulturellen, politischen und sozialen Leben, insbesondere im ländlichen Bereich. Dazu kommt, dass auf dem Land auch günstigere Einkaufsmöglichkeiten wie größere Supermärkte oder Tafelläden ohne Auto und öffentliche Verkehrsmittel nur schlecht erreicht werden können. Dass Menschen, die in Armut leben, versuchen, die teuren Fahrpreise zu umgehen, ist nachvollziehbar. Aber ist es nicht entwürdigend, wenn in unserer reichen Gesellschaft die Mobilität der Menschen abhängig ist vom Einkommen?

Heinrich Brinker, Kirchheim

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