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Spektakuläre neue Bergbahnen und Skilifte

Niemand weiß, wann diese Skisaison beginnt und wie lange sie dauern wird. Dennoch haben die Bergbahnen tief in die Tasche gegriffen und zahlreiche spannende Gebiets­verbesserungen für alpine Skifahrer realisiert. Wir nennen die interessantesten Neuerungen. Von Hans-Werner Rodrian

Salzburger Sportwelt

Österreichs spektakulärste Neuerung gibt es auf den sanften Hügeln des Salzburger Lands zu entdecken. Dort vermarkten sich seit 40 Jahren zwei parallele Skischaukeln als „Salzburger Sportwelt“. Doch um von der einen Schaukel, Flachau-Wagrain-Alpendorf, zur anderen, Zauchensee-Flachauwinkl-Kleinarl (neuerdings Shuttleberg genannt), zu kommen, musste man bislang ins Auto oder in den Skibus steigen. Das ist nun nicht mehr nötig: Die Kabinenbahn Panorama Link schwebt in acht Minuten zwischen Grießenkareck und Mooskopf hin und her. Zurück geht es mit der gleichen Bahn, denn eine Skipiste zwischen den beiden Skischaukeln ist nicht geplant.

Wilder Kaiser

Die Skiwelt Wilder Kaiser wetteifert mit Saalbach und St. Anton/Ski Arlberg um den Titel des größten österreichischen Skigebiets. In die kommende Skisaison startet der Tiroler Pistenriese mit zwei neuen Zubringerbahnen. Vom beschaulichen Itter aus surrt statt der 30 Jahre alten Salvistabahn eine neue Panoramagondel ins Herz des Pistennetzes unterhalb der Hohen Salve. In Hochsöll hebt bereits seit dem Sommer die neue Hexenwasser-Zehnerkabinenbahn ab. Die Fahrt wird wie ein Hexenritt inszeniert und in den 72 Gondeln kann man Märchen lauschen. Wegen Corona werden kleine wie große Besucher gebeten, einen Besenstiel Abstand zu halten.

Zermatt

Während andere Skigebiete vorsichtig in diesen Corona-Winter starten, gibt Zermatt richtig Gas. Mit Hochdruck wird am Mammutprojekt Glacier Ride II gebaut, das im kommenden Jahr den Traum von der ganzjährigen Panorama-Traverse vom italienischen Cervinia nach Zermatt und zurück wahr werden lassen soll. Bereits diesen Winter startet mit der Seilbahn Kumme die erste komplett unbemannte Gondelbahn der Schweiz. Die Zehnerkabinenbahn im äußersten Norden des riesigen Zermatter Pistenterrains ersetzt eine 2018 bei einem Lawinenabgang zerstörte Sesselbahn und wertet das oft unterschätzte Rothorngebiet gewaltig auf.

Karersee

Zwischen Rosengarten und Latemar windet sich der Karerpass durch die steinerne Wunderwelt der Dolomiten von Bozen ins Fassatal. Oben am Pass hat vor ein paar Jahren ein Südtiroler Schneekanonenfabrikant das altersschwache Skigebiet Karersee wachgeküsst und unter dem Namen Carezza runderneuert. Zum aktuellen Winter geht mit der Kabinenbahn König Laurin eine Besonderheit an den Start: Die Bergstation wurde nämlich spektakulär-unauffällig im Berg versteckt und erinnert so an den unterirdischen Kristallpalast aus der König-Laurin-Sage. Von außen soll allein die Kulisse des Rosengarten wirken. Unter der Erde gibt’s dagegen allen Komfort, von der Rolltreppe zum Skigebiet bis zum Lift auf die Laurins Lodge samt Sonnenterrasse.

Reit im Winkl

Bayern oder Tirol? Die Landesgrenze geht mitten durchs Skigebiet Steinplatte, das von deutscher Seite von Reit im Winkl aus über die Winklmoosalm erschlossen ist. Im Herz dieses gemütlichen, schneesicheren Pistenreviers wurde zur neuen Saison die zentrale Kapellenbahn komplett erneuert. An die Stelle des alten Sessellifts aus den Neunzigerjahren tritt nun eine moderne Achtersesselbahn mit Sitzheizung und Wetterschutzhaube. Damit dürften nicht nur die notorischen Warteschlangen der Vergangenheit ein Ende haben; zur Sicherheit der Kinder gibt es dort jetzt auch automatische Sicherheitsbügel und ein höhenverstellbares Förderband.

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