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„Sport“ ist nur echtes Radeln

Gesundheit Wer sich Gutes tun will, sollte sich täglich eine halbe Stunde bewegen.

Aus hausärztlicher Sicht ist Bewegung eine Art Allheilmittel: Wer sich bewegt, ist schlanker und gelenkiger und reduziert zahlreiche Risikofaktoren und in der Folge auch handfeste Krankheiten. Wenn Ärzte Patienten regelmäßig Bewegung empfehlen, entscheiden diese sich oft fürs Radfahren, wie der aus Kirchheim stammende Hausarzt Dr. Thomas Freier bestätigt.

Ist Radfahren gesund?

Thomas Freier: Natürlich! In Deutschland sind 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen übergewichtig. Radfahren ist ideal zum Abnehmen und reduziert klassische Risikofaktoren. Es ist ein Ausdauersport, den man an der frischen Luft betreibt - allein das ist ein Antidepressivum - und der das Herz-Kreislauf-System stärkt. Gegenüber Joggen handelt es sich um eine gleichmäßigere, gelenkschonendere Bewegung.

Lassen sich Patienten zum Radfahren animieren?

Freier: Ja, viele möchten abnehmen und den inneren Schweinehund besiegen. Das kann mit dem Rad gelingen. In Kombination mit bewusster Ernährung erkennt man rasch Erfolge an der Waage. Allerdings ist Sport ohne Anstrengung und Schweiß nicht allzu effektiv.

Heißt das, E-Bikefahren bringt nichts?

Natürlich ist es viel besser, E-Bike zu fahren als gar nicht rauszugehen. Auch mit Motor verbrennt man Kalorien, da die Reichweite viel größer ist und man länger fährt. Der Wohnort in bergigem Umfeld, die tägliche Fahrt zur Arbeit oder der Wunsch, mit dem Partner mithalten zu können, sind gewichtige Argumente pro E-Bike. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass unzureichend trainierte Fahrer mit Motorunterstützung in Gegenden vordringen, die sie sonst nicht erreichen. Hier kommt es nicht selten zu Unfällen, da viele mit den Gefährten nicht umgehen können und die teils hohen Geschwindigkeiten unterschätzen.

Welche Risiken können denn überhaupt durch Sport reduziert werden?

Ausdauersport senkt das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten und vermindert das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko merklich. Bluthochdruck wird genauso positiv beeinflusst wie das Körpergewicht. Fett wird langfristig in Muskulatur umgewandelt. Diabeteskrankheiten verbessern sich messbar ebenso wie das Cholesterinprofil. Dreimal eine Stunde Radfahren mit Muskelkraft pro Woche bringt schon viel für Fitness und Gesundheit.

Bewegung statt Chemie?

Regelmäßiges Radfahren spart viele Tabletten. Häufig müssen Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht nach einjährigem regelmäßigen Training nur noch halb so viele Tabletten schlucken. 50 Prozent der Erkrankungen in Hausarztpraxen sind dem „Wohlstandssyndrom“ geschuldet: viel und falsches Essen, Bewegungsmangel, Alkohol und Nikotin. Also: Rauf aufs Fahrrad, Steckdose nicht nötig.ist

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