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Steimle packt‘s im dritten Anlauf

Radsport Der Weilheimer triumphiert im Duell mit Peter Sagan auf der zweiten Etappe der Slowakei-Rundfahrt.

Dolny Kubin. Es war die lang ersehnte Erlösung, das sollte jeder sehen. Mit geballter Faust und wilden Schlägen auf die Brust raste Jannik Steimle nach knapp 180 Kilometer gestern als Erster über die Ziellinie. Der dreifache Weltmeister Peter Sagan (Bora hansgrohe), der an diesem Tag alles für einen Sieg in seiner Heimat investiert hatte, im Sprint geschlagen von einem 25-Jährigen aus Weilheim. Der beendete damit eine lange Durstrecke nach seinem schweren Sturz im Frühjahr und feierte nach Platz zwei im Prolog am Mittwoch und einer Auftaktetappe im Dienst der Mannschaft im dritten Anlauf seinen ersten Sieg in diesem Jahr.

In einem taktisch packenden Finale hätte die Entscheidung bereits viel früher fallen können. Am Ende des Schlussanstiegs setzte sich Sagan 15 Kilometer vor dem Ziel mit einer Attacke vom Hauptfeld ab. Dort hatte Quick-Step mit dem Kolumbianer Alvaro Hodeq den eigenen Mann in Gelb bis dahin perfekt abgeschirmt und das Rennen kontrolliert. Steimle setzte als Einziger nach, klemmte sich ans Hinterrad von Sagan, wartete aber vergeblich auf grünes Licht von der Teamleitung. Während Steimle sich der über Funk ausgegebenen Stallorder beugte, war drei Kilometer vor dem Ziel das Feld mit Hodeq wieder dran. Doch diesmal ließ sich der Weilheimer den Erfolg nicht mehr nehmen. Mit viel Mut und einem gewaltigen Antritt, dem auch Sagan nicht mehr folgen konnte, fuhr Steimle die letzten 300 Meter von vorn und machte deutlich, weshalb er hier als Titelverteidiger im Rennen ist.

Hodeq verteidigte sein Gelbes Trikot als Tagesdritter und liegt nun drei Sekunden vor seinem Teamkollegen, der als Etappensieger eine Zeitgutschrift von zehn Sekunden kassierte. Nur eine Sekunde dahinter folgt Peter Sagan als Gesamtdritter.

Viel Spannung also vor der dritten und längsten Etappe am Samstag über 193 Kilometer, die mit nur wenigen Wellen erneut im Sprint entschieden werden dürfte. Steimle hat gezeigt, dass wie im Vorjahr mit ihm zu rechnen ist. Auch am Sonntag, wenn die Tour nach flachen 160 Kilometern in Trnava endet.Bernd Köble

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