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Stichwort Teamwork

Zum Streit zwischen den Unionsparteien

Was wir in den vergangenen Tagen erleben mussten, waren zwei Lehrstücke für die Auflösung von Teams. Ein Hochleistungsteam, und dazu zählt eine Fußballmannschaft wie eine Regierung, lebt vom vertrauensvollen, respektvollen, wertschätzenden Miteinander. Selbst wenn die einzelnen Spieler oder Minister noch so exzellent sind, nur zusammen bringen sie Höchstleistung. In beiden Fällen hätten wir uns dies gewünscht. Wir mussten mit ansehen, wie ein Team sich durch internen Streit und fehlendes Vertrauen aus einer Weltmeisterschaft schießt. Und als ob das nicht schon genug wäre, ein sich selbst überschätzender Egozentriker zerlegt eine Regierung und gibt diese im In- und Ausland der Lächerlichkeit preis. Ja, zerlegt, denn es wird mit diesem Zeitgenossen keine Regierungsfähigkeit auf Leistungsniveau mehr geben.

Das Aus in der WM ist sportlich traurig aber verschmerzbar, denn ein Spiel. Der politische Scherbenhaufen ist eine Katastrophe mit Nachwirkung. Hier geht es um die Gestaltung der Zukunft. Da versucht ein Minister Seehofer, angespornt von den Selbstdarstellern Dobrindt und Söder, seine Chefin zu erpressen. Dieser Stil ist auf Zerstörung aus und absolut indiskutabel. Stellen wir uns dies mal in einem Unternehmen vor. Eine weitere Zusammenarbeit ist nicht mehr zumutbar.

Jetzt haben wir eine Kanzlerin mit Autoritätsverlust und einen Innenminister den, weil allgemein als peinlich wahrgenommen, niemand mehr will. Wir haben scheinbar nur ein Problem, ein „Flüchtlingsproblem“. Wir haben Menschen, die unsere Hilfe brauchen und die so zu einem Problem gemacht werden. Wir haben Ministerien, in denen teils gute Arbeit geleistet wird, die aber niemand wahrnimmt. Wir haben einen Bundestag, von dem kaum berichtet wird.

Aus dieser Krise kommen wir nur heraus, wenn wir eine Regierung bekommen, die sich als Team versteht und professionell gemeinsam Sacharbeit betreibt. Da ist für Egomanen kein Platz. Schaffen wir dies nicht, stärken wir die Populisten, von denen erst recht keine Lösung zu erwarten ist. Und Lösungen brauchen wir gerade viele.

Rolf Endermann, Kirchheim

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