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Stühle frei für neuen Schwung

Bildung Für die Anwärterinnen und Anwärter im Seminar in Kirchheim heißt es nun, im Lehrberuf durchzustarten. Bei dem Festakt in der Schlosskapelle haben sie ihren Amtseid abgelegt. Von Cara Döhlemann

Die Neulinge müssen zur Vereidigung ihre rechte Hand heben und den Amtseid nachsprechen.Foto: Torsten Wenzler
Die Neulinge müssen zur Vereidigung ihre rechte Hand heben und den Amtseid nachsprechen.Foto: Torsten Wenzler

Warme Klänge hallen durch die Stuhlreihen der vollen Schlosskapelle in Kirchheim. Das Bläserensemble des Seminars für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Kirchheim eröffnet mit dem Stück „The Entertainer“ von Scott Joplin die Einführungsfeier der neuen Fachlehreranwärterinnen und Fachlehreranwärter. 50 angehende Lehrer warten gespannt auf ihre Vereidigung, um ihre dreijährige Vollzeitausbildung für musisch-technische Fächer am Seminar beginnen zu können. „Ob an Grund-, Haupt-, Werkreal- oder Realschulen - Ihre Kreativität, Ihr Wissen und Ihre Freude am Umgang mit jungen Menschen sind gefragt. Ihre pädagogische Liebe steht in diesem Berufsbild an oberster Stelle“, betont die Seminarleiterin Ute Recknagel-Saller.

Corina Schimitzek, die Amtsleiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen weiß, dass man als Lehrer mehr als nur ein Experte im Fach ist: „Lehrer sein heißt Vorbild, Bezugsperson, Tröster und noch vieles mehr zu sein. Es ist durch und durch ein Erziehungsberuf.“ Deshalb gibt die Amtsleiterin den Neuen einen weisen Ratschlag mit auf den Weg: „Pflegen Sie Ihren Humor. Humor ist in unserem Beruf absolut notwendig und kann oft entschärfen.“

Matthias Döhler, der auch beim Bläserensemble mitwirkt, ist Vertreter des Ausbildungspersonalrats im Seminar und stellt somit das Bindeglied zwischen Fachlehreranwärter und Seminarleiter dar. Er selbst ist Fachlehreranwärter im zweiten Jahrgang für die Fächer Musik und Alltagskultur und Gesundheit. Matthias Döhler kennt das Gefühl, Neuling zu sein, nur zu gut und gibt den „Einsern“, wie er sie nennt, einen hilfreichen Tipp mit auf den Weg: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“

Muscheln als Wegzeichen

Bevor die Anwärter ihren Amtseid ablegen, überreicht Ute Recknagel-Saller jedem von ihnen eine Muschel, die sie bei ihrem dreiwöchigen Nordseeurlaub gesammelt hat. Die kleinen Meisterwerke der Natur dienen als Nahrungsmittel, Handelsware, Schmuck und Symbol. „Aus christlicher Sicht stehen Muscheln für gute Wegzeichen und sollten Pilgern helfen, ihren Weg zu bewältigen“, erklärt die Seminarleiterin. Innerhalb von drei Jahren kann in einer Muschel eine Perle heranwachsen. Die Direktorin wünscht den angehenden Fachlehrerinnen und Fachlehrern: „Sie werden nach den drei Jahren Ausbildung am Seminar für Ihre Schülerinnen und Schüler so wichtig wie eine Perle sein.“

Nach der Vereidigung kommen Glücksgefühle auf und die „Einser“ freuen sich auf den beruflichen Neustart. Patrizia Kröger ist ausgebildete Musikpädagogin und hat ihre eigene Musikschule geleitet. Jetzt beginnt sie am Seminar in Kirchheim die Ausbildung als Fachlehrkraft für Musik und Alltagskultur und Gesundheit. „Mir macht die Arbeit mit Kindern unglaublich viel Spaß. Ich habe selbst sechs eigene Kinder und bringe durch meinen vorherigen Job schon viel Erfahrung mit“, erzählt die neue Fachlehreranwärterin. Jetzt möchte die sechsfache Mutter am Seminar ihr Wissen und Können vergrößern, um dann in ihrem Traumberuf als Lehrerin arbeiten zu können. „Ich habe schon als kleines Kind immer Lehrerin gespielt“, sagt sie schmunzelnd.

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