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Stühlerücken an den Platten

Tischtennis Durch die Verpflichtung von Luis Hornstein und Michael Roll für die Oberligamannschaft gerät das Kadergefüge beim VfL Kirchheim in Bewegung. Von Max Blon

Der VfL Kirchheim hat seine ersten Herrenmannschaften für die kommende Tischtennis-Saison gleich doppelt verstärkt. Mit Michael Roll und Luis Hornstein wechseln zwei spielstarke Youngs- ter unter die Teck, die im Oberliga und Verbandsoberliga-Team zum Einsatz kommen dürften.

Michael Roll, dessen aktueller QTTR-Wert 1927 Punkte beträgt, dürfte vielen Zuschauern der Kirchheimer Oberliga-Mannschaft bereits ein Begriff sein. Mit dem Dauerrivalen TTC Staig war er schon öfters in der LUG-Halle zu Gast und spielte hier auch stark auf. So schlug er in der Vor-Corona-Saison 2019/20 sowohl Matthias Gantert als auch Dominik Goll. Mit Staig wurde er 2019 Vizemeis- ter und nahm an der Relegation zur Regionalliga teil, was er als einen seiner größten sportlichen Erfolge bezeichnet. Die 2000 QTTR-Punkte hat der Rechtsreferendar fest im Blick und hofft, diese durch die guten Trainingsmöglichkeiten in Kirchheim auch bald erreichen zu können.

Luis Hornstein hat diese Schallmauer schon fast erreicht, sein Wert liegt im Moment bei 1993 Punkten. Der Abwehrspieler kommt von der SV Böblingen, hat dort in der Verbandsklasse und Verbandsliga gespielt. Nun sucht er beim VfL eine neue Herausforderung. Dass er großes Potenzial hat, zeigt nicht zuletzt der zweite Platz, den er bei den baden-württembergischen Meisterschaften 2020 im Mixed mit Vereinskollegin Alexandra Kaufmann erreicht hat. Abseits der Platte studiert der Geowissenschaftler in Karlsruhe.

Durch die beiden Neuzugänge kommt es in Kirchheim zum großen Stühlerücken: Da in der Oberliga in Zukunft nur noch mit Vierermannschaften gespielt wird, müssen jeweils bis zu vier Spieler in die unteren Mannschaften ausweichen. Dementsprechend hat der VfL eine ganze Mannschaft mehr gemeldet und geht mit sieben Herrenteams an den Start. Viele davon werden durch die Verstärkung von oben als Favoriten in die neue Runde starten und um den Aufstieg mitspielen.

Wenig los an der Wechselbörse

Mit Blick auf den gesamten Bezirk ist Kirchheim damit aber die große Ausnahme. Auf der Wechselliste tauchen nur 16 Spielerinnen und Spieler auf - ein sicher auch durch Corona bedingter Tiefststand. Auch die Zahl der Mannschaften befindet sich weiter im freien Fall: Die Statistik weist bei den Erwachsenen ein Minus von acht Mannschaften aus, bei der Jugend sind es sogar 20 Mannschaften weniger. Vergleicht man die Zahlen mit der Vor-Corona-Saison 2019/20, ergibt sich bei den Erwachsenen ein Minus von acht Prozent und bei der Jugend ein dramatischer Verlust von 35 Prozent der Teams - es bedarf also großer Anstrengungen und einer nachhaltigen Jugendarbeit, um den Erfolg in Kirchheim und Umgebung auch über längere Zeit hinweg zu sichern.

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