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Täles-Club will neue Ära starten

Tischtennis TT Frickenhausen präsentiert seine frisch gegründete Behindertensport-Abteilung um die gebürtige Weilheimerin Sarah Kornau. Der Bundesliga-Start im Oktober ist wegen Covid-19 noch fraglich. Von Rudi Fritz

Die Verantwortlichen vom TT Frickenhausen präsentieren ihre neue Abteilung: Hintere Reihe (v.l.): Enya Abler (Schriftführerin),
Die Verantwortlichen vom TT Frickenhausen präsentieren ihre neue Abteilung: Hintere Reihe (v.l.): Enya Abler (Schriftführerin), Sportwartin Doris Schmid, Bettina Abler (Finanzen); mittlere Reihe: Stephi Sterr (Vize-Präsidentin), Stefan Strobel, Michael Rist, Michael Roll, Sebastian Rösenberg, Präsident Erich Unger, Manager Jürgen Veith und Anika Müller (Leiterin Behindertensportabteilung); vorne: Philipp Stöckeler, Markus Korioth, Maximilian Jacob, Alba Blazquez, Thomas Neumahr und Thomas Brüchle. Foto: Jürgen Holzwarth

Sie kommen aus Bayern, Rheinland-Pfalz und vielen Teilen Baden-Württembergs - der TT Frickenhausen hat die elf Behindertensportler präsentiert, die künftig im Trikot des Tälesclubs bei Paraturnieren, in der Ersten Rollstuhl-Tischtennis-Bundesliga und -Regionalliga aufschlagen werden.

Anika Müller, die Nummer sechs der TT-Damen-Oberligamannschaft, ist die Hauptverantwortliche dafür, dass mit einem Rollstuhl-Bundesligaspieltag im November 2019 der Kontakt zwischen den Behinderten-Tischtennissportlern und dem Verein aus Frickenhausen zustandegekommen war. „Wir haben uns für Frickenhausen als neuen Standort entschieden“, ist für Thomas Brüchle die behindertengerechte Hallenausstattung im Täle ideal für die mit verschiedenen Handycaps belasteten Sportler. Diese stammen nicht nur aus den unterschiedlichsten Ecken Süddeutschlands, sondern weisen auch eine breite Altersstruktur von 16 bis Mitte 55 auf.

Der Augsburger Thomas Neumahr spielt gemeinsam mit der Weilheimerin Sarah Kornau, der einzigen Frau des zwölfköpfigen Spieleraufgebotes, in der zweiten Mannschaft in der Rollstuhl-Tischtennis-Regionalliga. „Ich kann jedem Verein, der die Gelegenheit zum Behindertensport bietet, nur gratulieren und danken“, formulierte Neumahr eine Hommage an seinen neuen Verein. „Unser Ziel ist der Aufstieg in die Bundesliga“, gibt Kornau als ehrgeiziges Ziel für sich und ihren Partner aus.

Die dritte TT-Mannschaft, bestehend aus Alba Blazquez (Heidelberg), Markus Korioth (Waiblingen), Philipp Stöckeler (Ochsenbach/Allgäu) und Maximilian Jacob (Ludwigshafen) spielt ebenfalls in der Regionalliga in einer Gruppe mit insgesamt fünf Mannschaften, die an zwei Spieltagen ihren Meister ausspielen. Michael Roll (Stuttgart), Michael Rist (Wangen/Allgäu), Stefan Strobel (Ulm) und Sebastian Rösenberg (Friedrichshafen) starten bei Einzelwettbewerben, wie deutschen- und baden-württembergischen Meisterschaften.

Ziel: Düsseldorf angreifen

Bekanntester Akteur im TT-Trikot ist der Weltranglistenvierte der Schadensklasse WK3, Thomas Brüchle. Gemeinsam mit seinem irischen Partner Colin Judge, mit dem er vergangene Saison im Dress von Salamander Kornwestheim Platz vier in der Bundesliga belegt hatte, will Brüchle nun versuchen, an den vier Spieltagen unter den acht Mannschaften ganz vorne mitzumischen. „Unser Ziel ist es, Serienmeister Düsseldorf anzugreifen“, setzt Brüchle die Messlatte hoch an.

„Es ist schwer, die Spannung hoch zu halten, und auf einen Zeitpunkt, der noch ungewiss ist, hin zu trainieren“, wissen die zur Covid-19-Risikogruppe gehörenden Sportler doch noch nicht, ob die Wettkämpfe, wie vorgesehen, ab Oktober stattfinden können.

Solange trainiert jeder der Tischtennisbegeisterten überwiegend bei seinem jeweiligen Heimatverein. Beim neuen Partner TT Frickenhausen treffen sich die Para-Tischtennisspieler einmal im Monat zum gemeinsamen Training, um möglichst bald die Farben ihres neuen Vereins aus dem Neuffener Tal erfolgreich bei Wettkämpfen und Spieltagen vertreten zu dürfen.

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