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Täter werden zu Opfern gemacht

Zum Artikel „Es menschelt im Fußballbezirk“ vom 29. Dezember

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Ich war fast 20 Jahre als Schiedsrichterobmann der Gruppe Nürtingen und anschließend sieben Jahre im Sportgericht Neckar/Fils tätig. Beim Lesen des Artikels „Es menschelt im Fußballbezirk“ musste ich feststellen, dass vom Obmann der Gruppe Göppingen, Achim Frank, Täter zu Opfern gemacht wurden.

Eine kurze Sachverhaltsschilderung zu dem angesprochenen Urteil gegen zwei Schiedsrichter mit den richtigen Tatsachen gebe ich hiermit ab: Zwei Schiedsrichter - der Vater, Ausschussmitglied der SR-Gruppe Göppingen und dessen Sohn, minderjährig ohne Führerschein - waren am gleichen Tag zur gleichen Uhrzeit je in Frickenhausen beziehungsweise in Neuffen eingeteilt. Dabei benutzten sie ein gemeinsames Fahrzeug. Abgerechnet haben sie jedoch jeweils die kompletten Fahrstrecken von ihrem Wohnort zu den Spielorten.

Hier bei fast 100 Kilometern zu hoher Abrechnung (knapp unter 30 Euro) von einem geringen Betrag zu sprechen, ist bei meist knappen Vereinskassen eine Ungeheuerlichkeit. Eingeteilt wurden die Schiedsrichter übrigens von dem jetzigen Obmann Achim Frank, der damals noch als Einteiler der Schiedsrichtergruppe Göppingen unter dem Obmann Jürgen Schwöbel fungierte.

Den Vorwurf, dass der Bezirksvorstand dafür gesorgt hätte, dass dieser Fall aufgegriffen wird, ist falsch. Die Anzeige erfolgte damals von Schiedsrichter Leon Urcenitzok der Schiedsrichtergruppe Göppingen, der bekannt gegeben hatte, dass der Vater- und Sohn-Schiedsrichter schon oft gemeinsam eingeteilt worden wären.

Herr Achim Frank sollte in seiner Funktion als Schiedsrichterobmann ab und zu über den Tellerrand hinausschauen, denn zum Fußballspielen braucht man zwar einen Schiedsrichter, aber zuallererst sind zwei Mannschaften erforderlich, die von den Vereinen gestellt werden. Und der Heimverein zahlt dann auch gerne die Zeche, sofern diese nicht, wie im obigen Fall, vorsätzlich falsch ist.

Klaus Bühler, Neuffen