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Teckboten-Leser blicken in den Tunnel

Schnellbahntrasse Die Deutsche Bahn gewährt tiefe Einblicke bei Besichtigungstouren am Samstag, 4. September, von 9 bis 17 Uhr. Die Stationen sind sonst nicht im Rahmen einer Baustellenführung zugänglich. Von Iris Häfner

So fing alles an: Das große Schneidblatt hängt am Haken, um an die Tunnelbohrmaschine montiert werden zu können.
So fing alles an: Das große Schneidblatt hängt am Haken, um an die Tunnelbohrmaschine montiert werden zu können.

Ausschließlich für die Leserinnen und Leser des Teckboten bietet die Deutsche Bahn am Samstag, 4. September, Führungen in den Albvorlandtunnel an. Sie finden statt im Zeitraum von 9 bis 17  Uhr und dauern jeweils drei Stunden. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt.

Im zentralen Baubüro in Wendlingen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick über den Bauabschnitt Albvorland. In Helm, Sicherheitsstiefeln und Weste betreten sie dann die Baustelle am Westportal. Highlight ist der zweitlängste Tunnel auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm: der Albvorlandtunnel. Die Leserinnen und Leser erkunden das im Rohbau fertiggestellte Bauwerk zu Fuß bis zum ersten Querschlag.

Der Tunnel ist bereits teilweise mit Bahntechnik und Gleisen ausgestattet. Weitere Stationen auf der Baustellenfläche sind der Tunnel Wendlingen - ehemals Große Wendlinger Kurve - und der Tunnel Oberboihingen - ehemals Kleine Wendlinger Kurve. In insgesamt drei Stunden erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen umfangreichen und spannenden Einblick in die verschiedenen Gewerke für den Fern- und Regionalverkehr.

Es ist eine der letzten Möglichkeiten, den Albvorlandtunnel zu besichtigen. Ab Anfang kommenden Jahres ist die Stromleitung mit 15 000 Volt im Tunnel in Betrieb, weshalb es dann keine Besucherführungen mehr auf der Schnellbahntrasse zwischen Wendlingen und Ulm gibt.

Somit schließt sich langsam der Kreis. In Kirchheim nahm der Tunnelbau nach Wendlingen im Frühjahr 2017 seinen Lauf. Bereits davor waren die Auswirkungen für die Kirchheimer zu spüren: Plötzlich war der Radweg zwischen Nabern und Kirchheim nicht mehr passierbar. Die Autobahnbrücke bei der Firma Leicht im Gewerbegebiet Bohnau diente nicht mehr landwirtschaftlichen Fahrzeugen und sonstigen Nutzern zur kurzen Überfahrt, sondern Baustellenfahrzeugen. Es muss bis heute ein Umweg in Kauf genommen werden.

Dann kamen die zwei Tunnelbohrmaschinen in Einzelteilen auf dem Dettinger Hungerberg an. Sie wurden zusammengebaut und gruben sich dann ihren Weg durch das Gestein. Das wiederum ging nicht ohne Nebenwirkungen vonstatten. Zum einen musste das Aushubmaterial auf die Alb in die Steinbrüche transportiert werden, was viele Schwerlasttransporte durch das Lenninger Tal notwendig machte. Zum anderen kam Brandkalk zum Einsatz, um das Gestein deponie- und transportfähig zu machen. Diese ätzende Substanz sorgte bei vielen Anwohnern für Verärgerung, denn bei Wind verteilte sich der Staub auf Autos, Fenster und Dächer und verursachte unliebsame Schäden.

Dies gehört nun der Vergangenheit an. Als sämtliches Material aus dem Berg abtransportiert war, übernahm die „Ausbautruppe“ die ziemlich geräusch- und imissionsfreien Arbeiten. Von diesem Ist-Zustand können sich nun die Leserinnen und Leser einen direkten Einblick verschaffen. Die Besichtigung findet aus Kirchheimer Sicht am Ende des Tunnels in Wendlingen statt, denn dort befinden sich nicht nur die Büros der Bahn, sondern auch die Schlüsselpositionen mit der Einschleifung von Großer und Kleiner Wendlinger Kurve. Dort wird der Fernverkehr zwischen Stuttgart, Göppingen und Reutlingen aufgenommen.

Dieser Anblick ist Vergangenheit. Die Tunnelbohrmaschine  hat gute Arbeit geleistet, mittlerweile ­liegen teilweise schon die Gl
Dieser Anblick ist Vergangenheit. Die Tunnelbohrmaschine hat gute Arbeit geleistet, mittlerweile ­liegen teilweise schon die Gleise. Von dem Baufortschritt können sich die Leserinnen und Leser des Teckboten bei einer Führung vor Ort selbst ein Bild machen. Fotos: Carsten Riedl
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