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TGN-Frauen enttäuschen zu Hause

Handball Gegen Absteiger HC Rödertal kassiert der Zweitligist aus Nürtingen eine empfindliche 27:32-Heimniederlage.

Nürtingen. Die Erleichterung ist der Ernüchterung gewichen. Nur zwei Tage, nachdem die Handballerinnen der TG Nürtingen mit einem 27:26-Erfolg in Kirchhof den Klassenverbleib in der Zweiten Bundesliga endgültig eingetütet hatten, verlor das Team von Trainer Simon Hablizel in eigener Halle gegen den Absteiger HC Rödertal mit 27:32 (12:12). „Die Niederlage können wir verkraften“, atmete TG-Trainer Simon Hablizel tief durch, „trotzdem sind wir enttäuscht. Der Start war gut“, konstatierte er, „aber ich weiß nicht, warum wir nicht nachgelegt haben. Die Chancen waren da, ein Team, das weiter oben steht, macht den Sack schon in der ersten Halbzeit zu.“ Dass die beiden erfolgreichsten TGN-Werferinnen Saskia Wagner und Ronja Slawitsch „ein richtig gutes Spiel“ gemacht haben, ist nur ein schwacher Trost, denn beide stehen ihm in der neuen Saison nicht mehr zur Verfügung. Wiedergutmachung kann die Mannschaft bereits am morgigen Mittwoch betreiben, wenn die TG um 19.30 Uhr bei TuS Linthof gastiert.

Gegen Rödertal hatte es zur Pause 12:12 gestanden - nur 12:12, aus Nürtinger Sicht. Denn die Einheimischen hätten deutlich vorne liegen müssen. Doch auch das gehört zur Hablizelschen Analyse: „Wir haben viel zu viel verworfen.“ 13 Fehlversuche notierte die Nürtinger Bank in den ersten 30 Minuten. Allein Carmen Siller wurde auf Linksaußen viermal glänzend in Szene gesetzt, scheiterte aber an den starken Torhüterinnen der Gäste, Ronja ­Nühse und Ann Rammer. Hinzu kam ein vergebener Siebenmeter von Lea Schuhknecht. „Das war ein Fehlwurffestival“, monierte der TGN-Trainer das ­Abschlussverhalten seines Teams, „die Chancen hätten für zwei Spiele gereicht.“ Wenn bloß ein Drittel dieser Fehlversuche drin gewesen wären, „gehen wir mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Pause und der Gegner muss dann erst mal wieder hinkommen“, stöhnte Hablizel. „Je länger es knapp bleibt, desto hungriger wird dann der Gegner.“

Was beim Sieg am Himmelfahrtstag im nordhessischen Melsungen noch geklappt hatte, ging gegen Rödertal in die Hose - eine erfolgreiche Aufholjagd. In Kirchhof hatte die TGN in den letzten elf Spielminuten einen Fünf-Tore-Rückstand in einen Sieg umgebogen, gegen Rödertal standen die Zeichen in der heimischen Theodor-Eisenlohr-Halle ähnlich. Die Nürtingerinnen lagen elf Minuten vor Ende mit vier Toren hinten und bliesen zur Schlussoffensive. Saskia Wagner, mit zehn Toren erfolgreichste Werferin des Abends, verkürzte auch auf 22:24. Doch dann zog Egle ­Kalinauskaite, die Interimstrainerin der Gäs­te, die grüne Karte und der Turngemeinde mit dieser taktischen Maßnahme den Zahn. uba

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