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TGN-Frauen verteilen schon Geschenke

Handball Die TG Nürtingen leistet sich zu viele Fehler und geht in eigener Halle gegen den HSV Solingen-Gräfrath mit 24:32 unter.

Nürtingen. Nikolaustag ist zwar erst in knapp drei Wochen, die Handballerinnen der TG Nürtingen verteilten aber schon am Samstag großzügig Geschenke. Im Verfolgerduell der Zweiten Bundesliga erwischte die TGN einen rabenschwarzen Tag und wurde vom HSV Solingen-Gräfrath schmerzhaft abgewatscht. 24:32 (11:15) hieß es am Ende aus Nürtinger Sicht.

TGN-Trainerin Ausra Fridrikas hatte an der zweiten Heimniederlage schwer zu knabbern. „Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht“, sagte sie bitter enttäuscht, um gleich wieder nach vorne zu blicken: „Das müssen wir abhaken und es am nächsten Wochenende in Herrenberg besser machen.“

Mit einer so schallenden Ohrfeige gegen den Vorjahres-Aufsteiger aus der Klingenstadt hatte keiner gerechnet. Kurz gesagt: Es war ein gebrauchter Tag, hinten und vorne hat nichts gepasst. Die Fans, die die Partie in der Theodor-­Eisenlohr-Halle via Livestream-Premiere von zu Hause aus mitverfolgten, dürften spätestens eine Viertelstunde vor Schluss genug gesehen und sich einem anderen Programm zugewendet haben.

Viel zu umständlich und zu langsam agierte die Turngemeinde in der Offensive, hatte allerdings auch Pech mit zahlreichen Pfosten- und Lattentreffern. Mit unerklärlich vielen technischen Fehlern und unzureichender Abwehrarbeit wurden die Gäste aus dem kleinsten der fünf ­Solinger Stadtbezirke regelrecht zum Toreschießen eingeladen. Die ließen sich auch nicht zweimal bitten und warfen einen unerwartet klaren Sieg heraus.

HSV-Trainerin Kerstin Recken­thäler freute sich spitzbübisch über den ersten Sieg am ­Neckar und fand nur lobende Worte für ihr Team. Denn ihr Matchplan, die beiden torgefährlichen TGN-Spielerinnen Laetitia Quist und ­Katarina Pandza mit aggressiver Abwehrarbeit an die kurze ­Leine zu nehmen, war voll aufgegangen. Die Bank der Gäste bejubelte jede gelungene Abwehr­aktion ­frenetisch und pushte das eigene Team noch mehr.

Während sich die Solingerinnen jubelnd zum Erinnerungsfoto aufstellten und tanzend „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten, ärgerte sich Ausra ­Fridrikas über die extrem hohe Zahl an technischen Fehlern - und über die schwache ­Wurfausbeute. „Wir haben zwar 24 Tore erzielt“, sagte sie, „aber wir hatten auch 26 Fehlwürfe. So kannst du nicht gewinnen.“ Die Mannschaft sei heiß, aber übermotiviert gewesen, in der Deckung überheblich und über­hastet in den Zweikämpfen. „So war es schwer, ins Spiel zu kommen“, sagte die TGN-Trainerin, die dann noch kritisch anmerkte: „Wir können uns nicht bloß auf zwei Spielerinnen verlassen.“uba

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