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Tiere im Wahlkampf

Zur Berichterstattung über den Bundestagswahlkampf

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In diesem Bundestagswahlkampf kommen Tierschutz und nachhaltige Lebensmittelerzeugung leider nur am Rande oder gar nicht vor. Ganz zu Unrecht, denn wir brauchen - nicht zuletzt in unserem eigenen Interesse - dringend einen Paradigmenwechsel hin zu einer tier- und umweltfreundlichen Landwirtschaft sowie zu einer menschenbezogenen medizinischen Forschung ohne qualvolle Tierversuche.

Was die etablierten Parteien für die kommende Legislaturperiode zu diesem Themenkomplex planen, zeigen Analysen der Wahlprogramme und Antworten auf Fragen diverser Tierschutzorganisationen. Demnach setzt die CDU/CSU auf ein „Weiter so“. Tierschutz und nachhaltige Lebensmittelproduktion werden vor allem unter dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit betrachtet.

Die FDP will „Freiwilligkeit“ statt staatliche Regelungen. Selbst Verbote, die dringend nötig wären, um wenigstens die schlimmsten Auswüchse in der Massentierhaltung oder schwer belastende Tierversuche zu unterbinden, lehnt sie ab. Die SPD steht für ein Mehr an Tierschutz, und will, unter anderem, ein bundesweites Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen, eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes und verbesserte Haltungsbedingungen bei den „Nutztieren“.

Die Linke und die Grünen haben die ambitioniertesten Pläne. Dazu zählen - über die von Union, SPD und FDP genannten Ziele hinaus -, zum Beispiel der Ausstieg aus der Massentierhaltung, ein konkreter Abbauplan für Tierversuche und die Förderung tierversuchsfreier Verfahren sowie (bei den Grünen) die Unterstützung der bio-veganen Landwirtschaft und die Aufnahme der Tierrechte in die Lehrpläne.

Bei der Wahl am Sonntag sollte auch an unsere geschundenen Mitgeschöpfe und unsere Umwelt gedacht werden! Genauere Informationen zu den Wahlbausteinen Tierschutz gibt‘s im Internet unter den Stichworten „Bundestagswahl - Überblick - Tierschutz“.

Marie-Luise Strewe, Lenningen