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Tierisch was los in den Ferien

Kinderferienprogramm Bei der Schäferfamilie Schmid in Owen konnte sich der Nachwuchs austoben. Die Tiere hatten beim Wettrennen im großen Laufstall den gleichen Spaß wie die Zweibeiner. Von Iris Häfner

Die Ruhe vor dem Sturm: Im Laufstall fanden Wettrennen zwischen Mensch und Tier statt. Später malten die Kinder Holzbrettchen mi
Die Ruhe vor dem Sturm: Im Laufstall fanden Wettrennen zwischen Mensch und Tier statt. Später malten die Kinder Holzbrettchen mit Acrylfarben an - und Schmuserunden mit den Lämmchen standen ebenfalls auf dem Kinderferien-Programm.Fotos: Markus Brändli

Kinder und Tiere - das ist einfach ein unschlagbares Gespann. Es stellt sich unweigerlich die Frage: Wer bespaßt hier eigentlich wen? Keine Frage, die Schafe von Familie Schmid in Owen sind Trubel gewohnt. Egal ob Kindergeburtstag oder jetzt aktuell Kinderferienprogramm, für die Tiere ist dieses wechselnde Personal nichts Ungewöhnliches. Und so entsteht im Stall plötzlich ein interdisziplinäres Wettrennen zwischen heranwachsenden Menschen- und Schafs­kindern - Bocksprünge bei den Tieren und Juchzen bei den Kindern inklusive.

Schon die Anfahrt hat für die jungen Teilnehmer großen Spaßfaktor. Treffpunkt ist der Bauhof in Owen. Von dort geht‘s im großen Schafstransporter, gezogen vom PS-starken Traktor, zum städtischen Schafstall direkt unter der Burg Teck in Halbhöhenlage gelegen. Kaum ist die Rampe geöffnet, springen die Kinder voller Übermut aus dem Hänger und erobern das neue Terrain. Erste Anlaufstelle sind die Hunde. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Buben und Mädchen keine Angst vor den großen Hütehunden. Die wissen schon, was auf sie zukommt: brav an der Leine mitlaufen. Teilweise begegnen sich Hund und Kind im wahrsten Sinn des Wortes auf Augenhöhe. Es geht stürmisch zu, im Zweifel lassen die Kleinen einfach die Leine los, damit sie nicht umgeworfen werden.

Der Radius der Kinder wird schnell immer größer und der Wunsch laut, die Schafe im Stall zu besuchen. Eigentlich hätte es an diesem Nachmittag zu den Ziegen auf die Weide gehen sollen. Doch der Wetterbericht kündigte mögliche Regenschauer an. Das erwies sich zwar für Owen als falsch, aber Jörg Schmid wollte auf Nummer sicher gehen, weshalb der Nachmittag kurzerhand auf die Hofstelle verlegt wurde. Den Kindern ist‘s egal. Voller Wonne bewundern sie die kleinen Lämmchen, ein paar davon sind erst wenige Stunden alt, die Nabelschnur ist noch zu sehen. Die älteren dürfen die Kinder auf den Arm nehmen und das samtweiche Fell auf ihrer Haut fühlen. „Bitte nehmt Rücksicht und verhaltet euch ruhig. Die Mütter wollen ihre Kleinen schützen“, sagt Betina Schmid. Dieser Aufforderung kommen die Kinder ohne Murren nach, schauen sich staunend die kleinen Erdenbürger an.

Dann zieht die Truppe in Richtung großer Laufstall mit den „halbstarken“ Lämmern. Die sind quasi in ihrer pubertären Phase und zu sämtlichem Schabernack und Blödsinn bereit - eine ideale Kombination also. Die nächste halbe Stunde muss Jörg Schmid nur darauf achten, dass die Menschenkinder den Zuchtböcken in ihrer Box nicht zu nahe kommen, was nicht der Fall ist. Beide Nachwuchsgruppen - menschliche wie tierische - toben sich richtig aus.

Der Durst treibt die Buben und Mädchen dann aus dem Stall und an die Flaschentheke. Vor allem die Mädchen beginnen mit dem Mal- und Bastelprogramm. Auf Holzbrettchen können sie Schafe, Linien oder Fantasielandschaften in Acrylfarben malen. Von den Jungs ist nichts mehr zu sehen, dafür aber umso mehr zu hören. Sie erobern die Wiesen rund um den Hof und entdecken die Strohballen als Hüpfburg. „Dia Jonge kosch ed heba - dia mached ihr oiges Programm“, bringt es Jörg Schmid auf den Punkt. Ihn und seine Frau Betina bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Dank vieler Kindergeburtstage und anderer Veranstaltungen haben sie genügend Erfahrung, damit die „Jonge“ ihre Freiheit genießen können. Wird es gar zu wild oder sind die Silage-Ballen in Gefahr, gibt es eine ruhige Erklärung, warum die empfindlichen Folien nicht als Klettergerät geeignet sind. Zudem handelt es sich ja um das Futter der Schafe. Deutlich robuster und unkomplizierter verhält sich das Stroh, es dient schließlich vorwiegend als Einstreu.

Auf einmal riecht es nach Holzfeuer. Betina Schmid bereitet den leckeren Abschluss des Nachmittags vor. Über der Feuerschale können die Kinder über der Glut die Lamm-Rote grillen, in einen Wecken packen und vespern.

Sommerferienprogramm, SoFePro Owen, ein Tag bei Schäfer Schmid
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