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Timo Haller und sein nächtliches Vorsilvester-Erlebnis

Ganz banal hat es kurz vor dem Silvestertag angefangen. Um 0.40 Uhr wurden irgendwo in Kirchheim mehrere Böller gezündet. Ein Nachbar fühlte sich gestört, rief über die 110-Notrufnummer bei der Polizei an und beschwerte sich. „Mit zwei Streifen fuhren wir zum Einsatzort“, sagt Timo Haller. Vor Ort trafen sie auf zwei deutlich alkoholisierte Männer, einer noch mit mehreren Böllern in der Hand. Als sein Streife-Partner die Personalien feststellen will, werden die beiden Männer sofort aggressiv. „Sie haben sich überhaupt nicht beruhigen lassen“, erzählt der Beamte. Die Identität zu klären, war nur durch das Trennen der beiden möglich. Einer war Jahrgang 1999, der andere 1976. „Wäre es dabei geblieben, hätten wir sie wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt und wären nach einem belehrenden Gespräch gegangen. Aber dann ist deren Verhalten völlig aus dem Ruder gelaufen“, erzählt er.

Kampfbereit und mit erhobenen Händen ging der Ältere auf die Polizeibeamten los, weshalb er auf dem Boden fixiert werden musste. Selbst dort ließ er sich nicht beruhigen. Der Jüngere fühlte sich ungerecht behandelt und beleidigte die anwesenden Polizeibeamten. Als der Ältere zum Streifenwagen gebracht wurde, kam eine dritte Person dazu. Wie sich herausstellte, ein 15-jähriger Verwandter der beiden Personen. Während dessen Onkel im Streifenwagen war, wurde dem Jugendlichen ein Platzverweis erteilt, den dieser jedoch erst missachtete und in der Folge nur sehr widerwillig befolgte. „Wir haben es mit gutem Zureden versucht, aber auch er war hochgradig aggressiv und nicht zu beruhigen - auch nicht von den Kolleginnen, die oft eine Situation kommunikativ entspannen können“, sagt Timo Haller. „Irgendwann ging er aber weg. Wir wollten schon den Onkel zum Ausnüchtern - und um die Situation zu beruhigen - ins Revier bringen, als er nochmals zurückkam und die im Fahrzeug befindlichen Beamten lautstark beleidigte“, erzählt der Polizist.

Unter enormer Gegenwehr, selbst das Androhen des Pfeffersprays zeigte keine Verhaltensänderung, wurde der 15-Jährige fixiert. Dadurch musste ein weiterer Streifenwagen hinzugezogen werden, damit die Unruhestifter in unterschiedlichen Fahrzeugen untergebracht werden konnten. „Beim Einsteigen in das Fahrzeug spuckte der 15-Jährige in meine Richtung und traf mich am Hinterkopf“, so der Beamte. Aufgrund einer aufgeschrammten Nase, die er sich bei der Fixierung zugezogen hatte, sollte er in der Klinik ärztlich versorgt werden. „Der Arzt konnte diese Behandlung jedoch wegen des aggressiven Verhaltens des Jugendlichen nicht durchführen.“ Selbst im Revier, zu dem er anschließend gebracht wurde, ging es gerade so weiter. In der Sicherheitsschleuse trat er gegen die Scheibe und spuckte dagegen. Gegen 3.10 Uhr wurde der Unruhestifter seinen Eltern übergeben. Die beiden „Böllerwerfer“ mussten nach einer richterlichen Anordnung die Nacht im Polizeirevier verbringen. Nun müssen alle drei mit einer Strafanzeige rechnen.

Ein Herz für Putzfrauen hat Timo Haller trotz der unschönen Szenen bewiesen: Er hat die Sicherheitsscheiben noch in der Nacht gereinigt. ih

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