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Titeljagd als Türöffner für Tokio

Mountainbike Bei den Deutschen Meisterschaften wollen sich Manuel Fumic und Luca Schwarzbauer für den zweiten Olympiastartplatz empfehlen. Von Armin Küstenbrück

Der Altmeister will’s noch mal wissen: Manuel Fumic peilt in seiner mutmaßlich letzten Profisaison am Sonntag den DM-Titel an. F
Der Altmeister will’s noch mal wissen: Manuel Fumic peilt in seiner mutmaßlich letzten Profisaison am Sonntag den DM-Titel an. Foto: Merlin Muth

Wenn am morgigen Sonntag die Deutsche Meisterschaft der ­Mountainbiker im hessischen Gedern ausgetragen wird, werden auch einige Athleten aus der Teckregion um die Medaillen und die Meistertrikots kämpfen. Vielleicht rückt sogar ein Olympiaticket näher: Zwar zählt die DM nicht mehr zu den offiziellen Qualifikationskriterien für die Spiele in Tokio, aber da mehrere Fahrer die Norm erfüllt haben, muss nun der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) entscheiden, wen er Ende Juli nach Japan schicken wird. Bei der Entscheidungsfindung könnte das Ergebnis von Gedern durchaus noch erheblichen Einfluss haben.

Während der amtierende Deutscher Meister Max habBrandl (Lexware) aus Freiburg als relativ sicher gesetzt gilt, ist der Kampf um den zweiten deutschen Startplatz noch ziemlich offen - ausgerechnet zwischen zwei Sportlern aus der Region: Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) aus Kirchheim und Luca Schwarzbauer (Lexware) aus Reudern. Der Meistertitel für einen von den beiden könnte zugleich auch die Fahrkarte nach Tokio bedeuten.

Für Fumic wäre es „ein schöner Abschluss meiner Karriere, noch einmal das Meistertrikot tragen zu dürfen“, zeigt sich der mittlerweile 38-Jährige in seiner wohl letzten Profi-Saison motiviert: „Ich will auf meiner Abschiedstournee noch mitnehmen, was geht“, lacht er. Er dürfte dabei einer der wenigen Sportler sein, denen die Strecke in Gedern noch gänzlich unbekannt ist: Viele Sportler haben dort schon in Jugendjahren bei Rennen der BDR-Nachwuchssichtung gekämpft, auch zwei Bundesliga-Läufe wurden auf der weitgehend naturbelassenen, aber mit einigen technischen Passagen und aufgehübschten Elementen ausgestatteten Strecke ausgetragen.

Ganz anders ist die Ausgangslage für Luca Schwarzbauer, der den Kurs in der Vergangenheit schon mehrmals unter die Stollenreifen genommen hat, zum ers­ten Mal 2012 in der Altersklasse U17: „In diesem Jahr hatte ich fast alle Rennen gewonnen, doch an dem Tag kam ich nur ungefähr 50 Meter weit, denn mir ist die Kette am Start gerissen und ich bin relativ schwer gestürzt, sodass mein gesamter Rennanzug nur noch aus Fetzen bestand.“ Dennoch hat Schwarzbauer weitgehend gute Erinnerungen an die Strecke: Damals wurde der heute 24-Jährige beim Bundesliga-Rennen Zweiter hinter Max Brandl. „Dieses Jahr wird es sicherlich ein eher offenes Rennen geben. Ich habe in diesem Jahr schon gezeigt, dass ich um den Titel mitfahren kann“, spielt Schwarzbauer auf seinen 19. Platz beim Weltcup in Albstadt an, als er bester Deutscher wurde, knapp vor Fumic und Brandl. „Meinen Teamkollege und Kumpel Max muss man als Titelverteidiger erst einmal schlagen, aber ich habe dieses Jahr gezeigt, dass ich an einem guten Tag definitiv eine Rolle im Kampf um den Titel spielen kann. Mir ist diese Meisterschaft auf jeden Fall auch wichtig.“

Weilheimer Duo optimistisch

Für Pirmin Sigel vom Bike ­Junior Team ist der Titel in der U23-Klasse zwar nicht in unerreichbarer Ferne, mit dem Podium wäre der Weilheimer aber schon zufrieden: „Es ist meine letzte Chance in der U23-Klasse, eine Medaille zu holen.“ Zuversichtlich stimmt den 22-jährigen Studenten, dass er „in Gedern noch nie ein schlechtes Rennen gefahren“ sei: „Gedern und ich sind miteinander im Reinen“, lacht er und freut sich aufs Wochenende. „Letztes Jahr im Matsch von Obergessertshausen wurde ich Fünfter. Dieses Jahr wird das Rennen ein völlig anderes. Mein Ziel ist, besser zu sein als letztes Jahr.“ Mit ihm stehen die Reuderner Ben Grupp, Jannik Tilluschek und Tom Eberle an der Startlinie in der U23-Klasse.

Bei den U23-Frauen freut sich Kira Böhm auf das Rennen am Sonntagmittag: Auch sie kann schon auf einen Sieg auf ihrer „Lieblingsstrecke“ in Gedern verweisen: 2019 gewann sie das Rennen in der ­Juniorinnen-Klasse. „Wenn alles gut läuft, kann auch dieses Jahr ein Treppchenplatz für mich dabei sein“, zeigt sich die 20-Jährige zuversichtlich. Schon am vergangenen Wochenende war sie extra nach Hessen gefahren, um auf der Strecke zu trainieren: „Auf Meisterschaften bereitet man sich schon ein bisschen besser vor.“

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