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Tokio vor Augen, Paris im Sinn

Olympia Kugelstoßerin Katharina Maisch aus Bempflingen will auf der großen Bühne in Japan Erfahrungen sammeln.

Bempflingen. Seit Anfang Juli ist klar, dass die gebürtige Bempflingerin Katharina Maisch Deutschland bei den Olympischen Spielen, die am Freitag in Tokio beginnen, vertreten wird. „Es ist unfassbar. Ich bin wahnsinnig stolz und dankbar“, sagte die amtierende Deutsche Vizemeisterin im Kugelstoßen kurz vor der Abreise zu ihrem ersten großen Wettkampf auf Weltniveau.

Die 24-Jährige, die bei der TuS Metzingen unter Trainer Uwe Euch­ner zur Kugelstoß-Spezialistin reifte, ist inzwischen am Bundesstützpunkt in Chemnitz unter der Anleitung von ­Bundestrainer Sven Lang aktiv und startet seit 2020 für den LV 90 Erzgebirge - vom beschaulichen Erms­tal in die sächsische Großstadt: Für sie als Familienmensch ein großer Schritt. Doch nun ist der „Traum eines jeden Sportlers“ mit ­Tokio 2021 real geworden. „Und das schon mit 24 Jahren“, betont ­Maisch, die noch am Beginn ihrer Karriere steht und ihren Fernblick schon mal auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles richtet.

Trotzdem lebt auch ­Katharina Maisch nicht in einer reinen Sportwelt, losgelöst von den großen Problemen der Gegenwart. Corona wirft auch auf Olympia einen langen Schatten. Vergangene Woche ist in Tokio der vierte Notstand in Kraft getreten. Die Angst in Japan ist groß, dass ein olympisches Massenspektakel zu einer verschärften Ausbreitung des Coronavirus führen könnte. Zuschauer sind daher von allen Wettkämpfen ausgeschlossen. Die Athleten bleiben in der Blase. Es soll keine Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung geben, keine touristischen Ausflüge. „Die erfahrenen Sportler sagen, das wird niemals vergleichbar mit den Olympischen Spielen zuvor“, erzählt Maisch, die Tokio 2021 jetzt eben nutzen will, um Erfahrungen zu sammeln.

Gemeinsam mit dem Großteil der deutschen Leichtathleten ist Maisch seit gestern im Vorbereitungs-Trainingslager in Miyasaki. Am 28. Juli bricht sie nach Tokio auf. Fünf Nächte sind im Athletendorf eingeplant, dann geht es am 2. August bereits zurück in die Heimat nach Deutschland. Das Ziel ist dabei klar formuliert. Mit ihrer Qualifikationsweite von 18,51 Metern stellt Maisch den 16.-besten Wert im Feld der Olympia-Teilnehmerinnen. Die besten Zwölf qualifizieren sich für das Finale am Sonntag, 1. August, um 3.35 Uhr (MESZ). Die Vorkämpfe sind auf Freitag, 30. Juli, 12.25 Uhr angesetzt. Alexander Schmid

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