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Über die Verbrechen von Grafeneck

Vortrag Der Leiter der Gedenkstätte spricht im Kirchheimer Spitalkeller über die „Euthanasie“ in der NS-Zeit.

Kirchheim. Am Donnerstag, 29. November, kommt Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafen­eck, um 19.30 Uhr in den Spitalkeller der Kirchheimer Volkshochschule. Er referiert über das Thema „Grafeneck 1940 - Geschichte und Erinnerung“.

Im Januar 1940 begannen die „Euthanasie“-Verbrechen des NS-Staates. Historisch und erinnerungspolitisch steht der Ort Grafeneck - 60 Kilometer südlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart gelegen - für eines der staatlichen Großverbrechen des Nationalsozialismus und für die industrielle Ermordung von Menschen im NS-Staat.

Auch Opfer aus Kirchheim

Die ersten beiden Oktoberwochen 1939 stellten mit der Wahl Grafen­ecks als Vernichtungsstätte und seiner Beschlagnahmung die Zäsur zur industriellen Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland dar. In der Zeit von 18. Januar 1940 bis 13. Dezember 1940 wurden in Grafeneck 10 654 Männer, Frauen und Kinder aus 48 Behinderteneinrichtungen und psychiatrischen Kliniken im heutigen Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland Pfalz und Nordrhein-Westfalen ermordet - darunter Menschen aus Kirchheim.

Nach der NS-Zeit gehörten die Toten der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen viele Jahrzehnte zu den vergessenen Opfern. Auf nationaler Ebene entstand erst im September 2014 in der Berliner Tiergartenstraße ein Denkmal für diese Opfer. 2015 besuchte Winfried Kretschmann als erster amtierender Ministerpräsident Baden-Württembergs Grafen­eck und die dort seit 1990 existierende Gedenkstätte. pm

5 Karten gibt es bei der Volkshochschule unter der Telefonnummer 0 70 21/97 30 30.

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