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Umweltpolitisch ein Reinfall

Zum Artikel „Konzerne und Bund zahlen nicht in den Diesel-Fonds“ vom 1. August

Wer mit einigermaßen gesundem Menschenverstand an die Bilanz des Dieselgipfels herangeht, wundert sich doch überhaupt nicht.

Wer der Industrie ein Zahlungsziel zum 1. September vorgibt, kann bei den Summen nicht erwarten, dass vor dem Termin die Sparbücher geplündert werden. Falsche Terminsetzung seitens des Bundesverkehrsministers.

Warten auf wirksame Softwarelösungen ist naiv. Mal abgesehen von der Eliminierung illegaler Abschalteinrichtungen ist durch Softwareänderungen nicht wirklich etwas zu erwarten. Die verbaute Hardware im Fahrzeug gibt die physikalischen Grenzen vor, die mit Softwaretricks nicht aufzuweichen sind. Ein eventueller Mehrverbrauch geht immer zulasten der CO2-Bilanz. Erinnert sich noch jemand an die versottenen Kamine, als man vor vielen Jahren „energieoptimierend“ die Abgastemperaturen von Ölheizungen reduziert hat? Das passiert dann auch im Abgassystem des Dieselmotors, wenn das sogenannte Thermofenster aufgeweitet wird. Folgekosten zulasten des Verbrauchers. Ohne SCR-Technologie, das heißt Harnstoff/AdBlue Einspritzung, keine sauberen Diesel. Und mal ernsthaft, der Fahrer eines teuren deutschen Produkts soll unkalkulierbare Risiken tragen und ein fernöstlicher oder italienischer Importwagen zuckelt einfach so weiter?

Die Förderung der batterieelektrischen Elektromobilität ist in Bezug auf CO2 völlig sinnfrei. Nach knapp einem Jahr Eigenversuch verbraucht mein Plug-in-Hybrid soviel Super wie mein zuvor betriebener Euro 5-Diesel-plus, dem irgendwo in der Lausitz erzeugten Braunkohlenstrom. Wirtschaftlich für mich mit einem Betriebskostenplus von rund 25 Prozent und umweltpolitisch für alle ein Reinfall.

Bodo Lorenz, Schlierbach

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