Unzugeordnete Artikel

Unglückliche Projekte

Zum Artikel „In Kirchheim dirigiert ,El Capitan‘“ vom 2. Dezember

Warum ist die „herrschende Wechselstimmung“ im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl journalistisch im Teckboten nicht abgebildet worden? Wer die Artikel über die politische Arbeit der seitherigen Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker las, konnte den Eindruck gewinnen, dass fast alle in Kirchheim mit der Arbeit der Amtsinhaberin zufrieden sind, die Wiederwahl somit eine reine Formalität sei. Wenn aber fast drei Viertel der Wähler mit Dr. Pascal Bader einen Kandidaten zum Oberbürgermeister wählten, den bis vier Wochen vor der Wahl keiner kannte, deutet dies auf eine andere Meinung der Bürger hin.

Die Wechselstimmung war in Kirchheim mit Händen zu greifen. Ich selbst nahm den Unmut vieler Kirchheimer über zahlreiche, nach Auffassung der betroffenen Bürger wenig geglückte Projekte wahr. Exemplarisch sei der misslungene Umbau des Freibads genannt: Noch 2018 war alles ein Provisorium. Bis heute empfinden viele Nutzer des Freibads die Sanitärbereiche und Umzugskabinen als unterdimensioniert. Es gab Unmut über die Planung der Orte der Anschlussunterbringung für Asylbewerber - Klosterwiese, Dreschplatz in Lindorf, Ginsterweg und so weiter. Viele Ötlinger und Lindorfer fühlten sich mit der Planung des Rauner-Campus schulpolitisch abgehängt.

Während andere Bürgermeister in der Umgebung Kirchheims sich teilweise kritische Berichterstattung gefallen lassen mussten, konnte sich das jetzige, noch amtierende Kirchheimer Stadtoberhaupt auf fast ausschließlich positive Artikel im Teckboten verlassen. Was ich mir wünsche, ist, dass es im Teckboten wie früher wieder mehr Ausgewogenheit gibt, alle gesellschaftspolitischen Positionen der Leser, auch die zuwanderungskritischen, redaktionell abgebildet werden.

Peter Schuster, Notzingen

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