Unzugeordnete Artikel

Unlösbares Problem

Zum Artikel „Endlager-Bericht erhitzt die Gemüter“ vom 29.  September

Jetzt kommt die Rechnung für unsere imperiale Lebensweise, die uns im Westen einen unvorstellbar hohen Lebensstandard beschert hat - aber bezahlen müssen sie alle nachfolgenden Generationen der ganzen Erde: Atomare Abfälle für eine Million Jahre „sicher“ zu verwahren, übersteigt jede menschliche Fähigkeit. Das ist den Verantwortlichen klar. Deshalb haben sie drei Jahre lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihr weiteres Vorgehen beraten: Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, sie dürfe in der Standortfrage für den atomaren Abfall jetzt mitbestimmen - aber sie hat dafür nur vier Monate Zeit . . .!

Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, es gebe genügend mögliche Standorte - aber in Wirklichkeit kommen nur ganz wenige davon in Frage. Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, die Auswahl der Standorte geschehe nur nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten (laut dem „Standortauswahlgesetz“) - aber eine wissenschaftliche Prüfung ist bei einer Fläche, die 54 Prozent des Bundesgebietes umfasst, völlig unmöglich. Also werden - wie schon bei Gorleben - nicht wissenschaftliche, sondern politische Gesichtspunkte entscheidend sein, obwohl genau das durch das Gesetz angeblich verhindert werden soll . . .

Der Bevölkerung werden also wieder Lügen aufgetischt. Jetzt zuzugeben, dass Gorleben ein Fehler war, aber gleichzeitig Standorte ganz in der Nähe wieder für möglich zu halten, offenbart die ganze Hilflosigkeit der „Verantwortlichen“. Aus dem Dilemma werden keine weiteren Lügen heraushelfen, sondern nur das Eingeständnis, dass unsere imperiale Lebensweise die Zukunft der Erde an die Wand fährt. Nur so wird Umkehr möglich. Aber das Problem des vorhandenen atomaren Abfalls wird trotzdem nicht gelöst, denn es ist unlösbar.

Martin Brost, Dettingen

Anzeige