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USA sind Herr über EU und Nato

Zu den Artikeln „Schwierige Geschäfte mit Russland“ vom 28. Juli und „Russland weist Hunderte US-Diplomaten aus“ vom 1. August

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Donald Trump sei es gedankt: Er zeigt der EU und der Nato offen und ungeniert das, was seither nie - oder nur sehr ungern - offen ausgesprochen wurde. Die USA sind „Herr im Hause“, der das Vorgehen der Nato und auch die Haltung Europas gegenüber Russland bestimmt. Die dominierende Präsenz amerikanischen Militärs an der Ostflanke der Nato zeigt dies überdeutlich. Nach allgemein zugänglichen Informationen (Atomwaffensperrvertrag) sollen in Europa noch circa 180 Atomwaffen stationiert sein. Davon werden etwa 90 der Nato zugeordnet, die somit ebenfalls - direkt oder indirekt - dem Kommando der USA unterliegen.

Im Bericht über die Ausweisung der US-Diplomaten wird - wie in der Medienlandschaft allgemein üblich - beflissentlich verschwiegen, dass Barack Obama im Herbst 2016 immerhin 35 russische Diplomaten ausgewiesen hatte, die die USA binnen 72 Stunden zu verlassen hatten. Präsident Putin hat damals amerikanische Diplomaten zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, statt seinerseits mit Ausweisungen zu reagieren . . . Erst durch den Beschluss neuer und verschärfter Sanktionen durch die USA weist Russland Diplomaten aus - und gibt diesen eine Frist bis Ende August.

Angela Merkel forderte stets die Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland. Bisher wurde wenigstens der Schein gewahrt, als sei irgendjemand in Europa gefragt worden. Nun, da die USA offen zeigen, dass sie es im Alleingang tun - und offenkundig auch deutsche Unternehmen betroffen sein könnten -, spricht sie sich gegen Sanktionen aus . . . Es geht um US-amerikanische Wirtschaftsinteressen, die auch Europa treffen können und werden. Im Artikel „Schwierige Geschäfte mit Russland“ wird unmissverständlich dargelegt, dass die Annexion der Krim und deren Folgen für die (aggressive) Vorgehensweise nur ein „Aufhänger“ sei. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Herbert Woyna, Bissingen