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Vergabepraxis zerstört Struktur

Zum Artikel „Neue Routen dank neuem Fahrplan“ vom 2. Februar

Es ist ja schön, wenn der ÖNPV im Raum Kirchheim ausgebaut und verbessert wird. Was mich jedoch an der Entwicklung der vergangenen Jahre sehr stört, ist die Vergabepraxis.

Es ist doch sehr auffällig, dass ein Busunternehmen anscheinend alle Preisabgaben gewinnt und dabei ist, sich eine Monopolstellung zu sichern. Dabei wird nicht immer fair gespielt. Denn die tiefen Preise müssen eine Ursache haben. Außerdem finde ich es nicht gut, wenn die Vergaben immer nur nach dem Preis bestimmt werden.

Unser Land, das gilt besonders für Baden-Württemberg, hat seinen überdurchschnittlichen Erfolg den vielen kleineren und mittleren Betrieben zu verdanken. Das hat seinen Grund. Muss ein Betrieb einmal aufgeben, gibt es nicht Hunderte Arbeitslose. Kleinere Einheiten sind meist stabiler und können wesentlich flexibler agieren. Meist gehen die Chefs mit ihren Mitarbeitern sozialer um. Und die soziale Verantwortung liegt dem kleineren Unternehmer weitaus mehr am Herzen als jedem Manager!

Wenn ein Manager sich sozial engagiert, dann werbewirksam für sein Unternehmen - nicht etwa für die Allgemeinheit. Bei einem Unternehmer wird oft sehr viel für die Allgemeinheit getan, ohne großen Wirbel. Außerdem sind in vielen Großbetrieben prekäre Arbeitsverhältnisse angesiedelt. Das Unternehmen macht Gewinne, und die Zeche zahlen die, die arbeiten und brav ihre Steuern und Sozialabgaben bezahlen!

Meine Befürchtung ist, dass die gängige Vergabepraxis die Strukturen zerstört, die unser Land über die letzten 70 Jahre sehr erfolgreich gemacht hat. Sind diese einmal zerstört, ist es sehr schwer bis unmöglich, diese wieder aufzubauen. Darüber sollten unsere Politiker und die verantwortlichen in den Ämtern gründlich nachdenken!

Alfred Merz, Bissingen

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