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Verkehrswende: vertane Chance

Zum Artikel „Die B 465 am Bruckener Bahnübergang für vier Tage dicht“ vom 20. Mai

Eine ganze Woche - Dienstag bis Freitag - wird die B 465 in Brucken komplett gesperrt. Der Zug kann noch fahren, der Bus verendet in Owen. Statt eines Halbstundentakts wird Lenningen auf einen Stundentakt reduziert. Jeder zweite Bus nach Schopfloch und Erkenbrechtsweiler fährt dann in Oberlenningen ohne Anschluss los, denn der Bus aus Kirchheim kommt nicht. Vor 6 und nach 20 Uhr fährt kein Zug, da wird man dann auf ein Anmeldetaxi verwiesen - wie lange vorher man es anmelden muss, bleibt im Unklaren.

Wenn der öffentliche Verkehr attraktiver werden soll, kann man ihn doch nicht einfach zu 50 Prozent einstellen?! Ohne sichere Verlässlichkeit wird es kein Umsteigen in Zug und Bus geben!

Und eigentlich wäre die Lösung hier ganz einfach: Der Bus pendelt im Halbstundentakt zwischen Kirchheim und Owen, der Zug ebenfalls im Halbstundentakt zwischen Owen und Oberlenningen. Technisch kein Problem, auch von der Kapazität her nicht, denn es sind ja Ferien. Der Halbstundentakt bliebe auch für Lenningen erhalten, inklusive der Anschlüsse auf die Alb.

Warum passiert das nicht? Weil für Bus und Bahn verschiedene Zuständigkeiten vorliegen? Weil keiner so weit denkt? Weil nur verwaltet und nicht gestaltet wird? Schade jedenfalls um die vertane Chance. Der öffentliche Verkehr hätte seine Stärke zeigen können! Stattdessen zeigt er sich schwach und zieht sich zurück. Es ist wohl noch ein sehr weiter Weg bis zur Verkehrswende!

Hartmut Jaißle, Lenningen

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