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Verzicht auf Pfründe tut gut

Zu den Artikeln „Der Staat soll es richten“ und „Nabu rechnet mit Koalition ab“ vom 6. März

Ein privatwirtschaftliches Unternehmen hat das Ziel, Gewinn zu erwirtschaften. Das ist nicht verwerflich, letztlich wird dieser in der Regel besteuert. Setzt man gleiche und effiziente Strukturen auch bei der öffentlichen Hand voraus, würde für den Verbraucher manches günstiger, da der Gewinnanteil wegfällt, es fielen jedoch auch Steuereinnahmen weg.

Zu viel Staat ist sicher nicht förderlich, ein Teil Deutschlands hatte das schon mal. Das Ergebnis ist bekannt. Trotzdem gehört meines Erachtens die Grundversorgung wie Wasser/Abwasser und Energie ebenso wie sozialer Wohnungsbau in kommunale Verantwortung. Bauvorschriften gehören deutlich vereinfacht und Klagewege bei Projekten von nationalem Interesse, wie zum Beispiel bei der Südlinktrasse, eingeschränkt. Es kann nicht sein, dass die Energiewende aufgehalten wird, weil jemand gegen das Eingraben von ein paar Kabeln 500 Meter von seinem Garten entfernt klagen kann. Das Dilemma ist nur, siehe den Artikel mit dem Nabu, dass es für manche Ministerposten schon reicht, adrett aufzutreten und gelegentlich inhaltlose Worthülsen abzugeben. Welche Richtungskompetenz oder welche pragmatischen, dem Allgemeinwohl dienende Veränderungen darf man da erwarten?

Wer nach dem Staat ruft, möge bedenken, dass auch er Teil des Staates ist und dass jeder einzelne Bürger etwas beizutragen hat. Und sei es der Verzicht auf ein paar persönliche Pfründe zugunsten der Allgemeinheit. Mit einer „Ich zuerst“-Einstellung wird es nicht klappen.

Bodo Lorenz, Schlierbach

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