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Viel Staub für die alten Knochen

Olympia Für die deutschen Mountainbiker wird es am Montag ernst. Der Kirchheimer Manuel Fumic rechnet sich einiges aus.

Tokio. Am Donnerstag durften die Mountainbiker erstmals auf die olympische Strecke. Am Velodrome auf der Halbinsel Izu vor den Toren Tokios stand allerdings erstmal „Track Walk“ an. So nennt sich die Erkundung des technisch anspruchsvollen Rundkurses zu Fuß. „Zum Testrennen im Oktober 2019 hat sich nur wenig geändert“, konnte Bundestrainer Peter Schaupp aus Allmendingen berichten. „Wir nehmen das gerne wahr, den Kurs in Ruhe anzuschauen und sich Linien zu suchen“, meinte denn auch der Kirchheimer Manuel Fumic, der nach 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro am Montag zum dritten Mal einen vom renommierten südafrikanischen Streckenbauer Nick Floros designten Kurs unter die Stollenreifen nehmen wird: 4,1 Kilometer Länge und rund 150 Höhenmeter pro Runde sind die Eckdaten, aber im Gegensatz zu London und Rio ist der Kurs von Tokio mit vielen „wahnsinnig steilen Rampen“, so Fumic, sowohl bergauf als auch bergab gespickt.

Die Steinfelder auf dem sonst weitgehend naturbelassenen Kurs fordern höchstes technisches Geschick. Doch neben diesen Mountainbike-typischen Herausforderungen werden vor allem die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit eine große Rolle spielen: „Wichtig ist die ‚Cooling Strategy‘“, wie Fumic es nennt: „Jeder weiß, dass ich ein Schönwetter-Fahrer bin, der sich auf die Highlights fokussieren kann. Wenn es staubig und heiß ist, dann ist es gerade richtig für meine alten Knochen“, sagte der 39-Jährige kurz vor seinem fünften olympischen Rennen.

Für den zweiten deutschen Mountainbiker in Tokio, Max Brandl aus Freiburg, ist es wichtig, das Rennen nicht zu schnell zu beginnen: „Die Hitze wird entscheidend!“ Für Montagnachmittag Ortszeit sind Temperaturen von weit über 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent vorhergesagt. Da werden die 80 bis 100 Minuten, die die 38 Athleten bewältigen müssen, sehr lange werden. Nun stolperten die Sportler über ein Problem, wie Max Brandl erzählt: „Der Stoff der neuen Trikots ist wasserabweisend. Das kühle Nass perlt sofort ab.“ Jetzt experimentieren die vier Deutschen mit eisgefüllten Nylonstrümpfen. Armin Küstenbrück

Info Die olympischen Mountainbike-Rennen werden am Montag (Männer) und Dienstag (Frauen) jeweils um 8 Uhr hiesiger Zeit im Livestream von ARD und ZDF kostenfrei übertragen.

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