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Viele junge Helfer im Maar

Naturschutz „Freiwillige vor“, heißt es beim Landschaftspflegetag.

Landschaftspflegetag im Randecker Maar: Gehölz ist zu entfernen und gleich vor Ort zu verhäckseln. Unter anderem schadet zu star
Landschaftspflegetag im Randecker Maar: Gehölz ist zu entfernen und gleich vor Ort zu verhäckseln. Unter anderem schadet zu starkes Gehölz den Insekten. Foto: Thomas Krytzner

Kreis. Am Randecker Maar haben sich 45 Menschen zum Arbeitseinsatz versammelt. „Die Landschaftspflege gibt es seit über 20 Jahren, und hier am Vulkan findet sie zum zehnten Mal statt“, freut sich Landrat Heinz Eininger. Man habe längst festgestellt, dass Naturschutz sich nicht durch Schreibtischarbeit betreiben lasse. „Der Albverein, der MSSGV und mehrere Rotary-Aktionsgruppen setzen sich seit Jahren für die Landschaftspflege ein“, erklärt Heinz Eininger.

Umso mehr freut er sich über die vielen - vor allem auch jungen - Helfer, die sich bei frischer Brise beim Wanderparkplatz „Rand­ecker Maar“ versammeln, um Reisig zu entfernen. Dazu hatten das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb und das Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bissingen und dem Naherholungsverein Schwäbische Alb eingeladen.

Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf betont: „Landschaftspflege ist bei 1 700 Hektar Gemarkungsfläche eine Daueraufgabe.“ Mit dem Hinweis auf die imposante Albkulisse erinnert er daran, den Blick zu schärfen, wenn man in der Natur unterwegs sei.

Susanne Bonn vom Referat für Naturschutz und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums stellt fest: „Belege aus dem Jahr 1683 zeigen, dass der Kraterrand damals in ähnlichem Umfang beweidet wurde.“ Heute sei die Pflege der Landschaft immens wichtig, um den Verlust von Lebensräumen zu vermeiden: „Zu starkes Gehölz schadet den Insekten.“

Seit April 2017 ist die Kirchheimer Schäferei Bitterer mit Schafen und Ziegen im Biosphärengebiet rund um Ochsenwang unterwegs und trägt so zur Erhaltung und Förderung von seltenen Pflanzen und Tieren bei. Marco Drehmann, Leiter des Naturschutzzentrums „Schopflocher Alb“, lobt diesen Einsatz: „Das ist für den Schutz der Natur enorm wichtig.“ Wichtig seien aber auch die Landschaftspflegetage mit vielen fleißigen Helfern. „Der Pflegetrupp des Regierungspräsidiums hat die Gehölze bereits geschlagen, und nun gilt es, diese gemeinsam mit Mitarbeitern des Bissinger Bauhofs zu entfernen.“

Nach teils nassem und rutschigem Abstieg durch die Weiden war der Einsatzort erreicht, und sofort begannen Jung und Alt, das Schnittgut zusammenzutragen, damit es direkt vor Ort gehäckselt werden konnte. Hand in Hand arbeiteten alle generationsübergreifend für den Landschaftserhalt im Maar. Ein langjähriger Teilnehmer bei den Landschaftspflegetagen stellte beim Arbeitseinsatz erfreut fest: „Es ist schön, dass sich auch so viele junge Menschen für den Naturschutz einsetzen.“ Thomas Krytzner

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