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Völlig absurd

Zur Berichterstattung über E-Mobilität

Nehmen wir an, die immense Investition in die Infrastruktur würde getätigt und man könnte sein E-Mobil praktisch überall laden. Was hilft das? Nichts. Selbst wenn jetzt batterieelektrische Fahrzeuge mit Reichweiten von um die 350 Kilometern im Realbetrieb zu fast erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen sollten, löst das nicht das grundsätzliche Problem der Ladezeiten. Ein Opel Ampera-e braucht bei leerer Batterie rund 20 Stunden an der Haushaltssteckdose, um wieder zu 80 Prozent aufgeladen zu sein. So lange muss man es dann schon bei Schwiegermutter aushalten . . . oder auf der Urlaubsreise mehrere zweitägige Stopps einplanen. Absurd.

Selbst bei Lademöglichkeiten mit höherer Energiedichte sind Stunden notwendig, mal abgesehen von den armdicken Kabeln, die dafür zu verlegen sind. Kurzum, Elektromobilität ist und bleibt etwas für Zweit- und Drittwagen. Kleine Batterie gleich kurze Ladezeit gleich geringe Reichweite. Und damit nicht zwangsläufig etwas für die Mehrheit der klassischen Pendler, die nur über ein Fahrzeug verfügen.

Nehmen wir an, an einer heutigen Zapfsäule dauert das Betanken mit Benzin oder Diesel rund fünf Minuten. Dann nehmen wir an, einmal Batterie aufladen dauert fünf Stunden. Dann darf jeder selbst ausrechnen, wie viele Ladesäulen aufgebaut werden müssten. Völlig absurd. Die logische Lösung sind Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie, bei denen Strom aus Wasserstoff gewonnen wird. Wasserstoff ist bekannt, Wasserstoff lässt sich selbst mit Sonnenenergie synthetisieren, Wasserstoff lässt sich prima in Drucktanks lagern und transportieren, Tanks lassen sich an fast jeder Tankstelle aufstellen oder eingraben, und man könnte genauso bequem tanken wie heute Autogas. In Minuten statt in Stunden. Wer hat unsere Politiker bloß auf das batterieelektrische Pferd gesetzt?

Bodo Lorenz, Schlierbach

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