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Vom Kampftag zum Feiertag

Die Geschichte des Ersten Mai als internationaler Kampftag der Arbeiterklasse hat ihre Wurzeln in den USA. 1886 schlossen sich Fabrikarbeiter in Chicago erstmals zusammen, um mit einem Streik für bessere Bezahlung und die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages zu kämpfen.

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Zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland wurde der Erste Mai erstmals 1919 von der Weimarer Nationalversammlung erklärt - und im selben Jahr wieder abgeschafft, weil Sozialdemokraten und bürgerlich-rechte Opposition sich nicht einigen konnten. Arbeiter und Gewerkschaften hielten an der Tradition der Maifeiern fest. Dabei ging es nicht immer friedlich zu: Der Erste Mai 1929 ging als „Blutmai“ in die Geschichte ein. Der Konflikt zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten entlud sich bei Demonstrationen in Berlin in einer wilden Schießerei, bei der 28 Menschen getötet wurden.

Die Nationalsozialisten erklärten den Ersten Mai 1933 zum „Tag der nationalen Arbeit.“ Ein Jahr später wurde daraus ein „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes.“ Nach der Zerschlagung der Gewerkschaften dienten die Maifeiern den Nazis vor allem als Kulisse für militärische Paraden.

In der Bundesrepublik wurde der Erste Mai wieder zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist seit seiner Gründung 1949 zentraler Veranstalter der Maikundgebungen. Vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen wandelte sich der einstige Kampftag im Laufe der Jahrzehnte zunehmend zum Volksfest mit buntem Kulturprogramm.bk