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Vom Zug aufs Fahrrad umsteigen

Mobilität Regiorad will am Wendlinger Bahnhof eine Verleihstation für konventionelle Räder und Pedelecs einrichten.

Wendlingen. Die Lauterstadt ist eigentlich ganz gut ans Netz des öffentlichen Personennahverkehrs angeschlossen. Nun bekommt Wendlingen eine weitere Alternative: Eine Fahrradleihstation der Deutschen Bahn, an der man sowohl konventionelle Räder als auch Pedelecs ausleihen kann. Das Schöne an der Idee: Man muss das Rad nicht wieder dort abgeben, wo man es ausgeliehen hat, sondern an einem der anderen Zielorte, die sich dem Leihsystem bereits angeschlossen haben. In Zeiten von Diesel-Fahrverboten, Feinstaubzonen und Gedankenspielen über eine CO2-Steuer ist dies eine Mobilitäts-Alternative für Pendler und Freizeitradler.

Plochingen, Wernau, Kirchheim und Wolfschlugen gehören dem Verbund bereits an, in Wendlingen konnten sich die Gemeinderäte Anfang des Jahres nicht so recht mit dem Standort am Wendlinger Bahnhof anfreunden. Die Stadtverwaltung suchte nach einer Alternative und fand sie auf dem Gelände des Park-and-Ride-Platzes gegenüber. Und zwar genau unterhalb der Römerbrücke. Doch auch hier gibt es einen Knackpunkt. Denn, wie Ulrich Scholder erklärte, die Brücke gehört dem Land. „Und somit gehört natürlich auch das Grundstück unter der Brücke dem Land. „Wenn wir vom Regierungspräsidium die Genehmigung erhalten, können wir mit der Installation der Verleihstation beginnen“, sagt Scholder.

Die Landesbehörde teilte mit, dass keine Bedenken gegen die geplante Nutzung bestehen. Aber möglicherweise ist der Standort vorübergehend, denn auf dem Behr-Parkplatz ist der Neubau eines Verwaltungsgebäudes der Volksbank Kirchheim-Nürtingen geplant, das auch das Aus für den Park-and-Ride-Parkplatz für den Fahrradstellplatz bedeuten würde. Da die Bebauung des Behr-Parkplatzes nicht gleich morgen startet, ist der auserwählte Ort jedoch eine gute Interimslösung.

Strom muss gelegt werden

Natürlich ist es nicht damit getan, ein paar Fahrradständer aufzustellen. Für die Pedelecs sollen zudem Stromanschlüsse gelegt werden, damit die Elektrofahrräder, wenn sie nicht genutzt werden, aufgetankt werden können. Hier arbeitet die Stadt mit der Netze BW zusammen.

Eine Stadt vermisst man allerdings noch in der Auflistung, die die Regiorad Stuttgart auf ihrer Homepage veröffentlicht hat: Nürtingen. Leihfahrräder gibt es hier zwar in den Zweiradgeschäften, nicht jedoch in einem größeren Verbund. Doch klar, die Hölderlinstadt hat ebenfalls schon den Fuß in der Tür der Regiorad Stuttgart. „Wir sind eigentlich von Anfang an schon mit dabei. Allerdings als Optionsgemeinde“, sagt Peter Scharf, bei der Stadt Nürtingen im Tiefbauamt für Straßen- und Verkehrsplanung zuständig. Wozu auch das Radwegenetz der Stadt gehört. Und verweist auf das Mobilitätskonzept, das die Verwaltung für die östliche Bahnstadt erarbeitet hat. Dies beinhaltet den Bau eines großen Park-and-Ride-Parkhauses. Und natürlich sind sowohl Carsharing als auch Bikesharing Bestandteile des Konzepts. Genauso wie der Elektrobus, der im Moment nur das Gewerbegebiet Bachhalde anfährt. Das Angebot soll jedoch peu à peu erweitert werden, wie Scharf mitteilte.

Das Ausleihen, verspricht die Website www.regioradstuttgart.de, sei ein Kinderspiel. Zu dem man aber schon einen Computer oder ein Smartphone braucht, denn registrieren muss man sich online. Wo es die Fahrräder gibt und wie viele derzeit zur Verfügung stehen, auch hierüber gibt die Website von Regiorad Auskunft.Sylvia Gierlichs

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