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Von was reden wir überhaupt?

Zum Artikel „Verhindern, dass die Lichter ausgehen“ vom 18. August

Es ist fünf vor zwölf, so sagen uns die „Wirtschaftsweisen“, die den Hungerberg vermarkten. Fünf vor was eigentlich? Wir bringen technologische Firmen ins Spiel, einschließlich deren Zulieferer, und haben damit die einmalige Chance, Produktionsstandort zu bleiben. Sollten wir das nicht beachten, gehen bei uns die Lichter in dieser Region aus. Im Bericht vergleichen wir Dresden (die sächsische Hauptstadt), und deren industrielle Umgebung mit einer Stadt wie Kirchheim. Ist das wirklich ernst gemeint? Man könnte meinen, es handelt sich hier um eine Wahlveranstaltung von Parteien, die vom Umweltgedanken und deren sauberen Technologien nur so strotzen.

Konzerne planen und investieren nur ein Mal, das ist korrekt. Aber von was reden wir überhaupt? Alle bisherigen Informationen, die die Bürger bisher bekamen, waren, dass es nicht bekannt ist, welche Firmen sich hier ansiedeln wollen. In der Industrie nennt man so etwas „take a look into the crystal ball“. Ein Blick in die Glaskugel! Nichts anderes ist es. Wir diskutieren über Dinge, die wir nicht kennen (oder die man uns nennen möchte), verbreiten Illusionen, ohne die Auswirkungen zu kennen, und üben eine generelle Schwarzmalerei gegenüber Kritikern oder solchen, die einfach nur die Sachlage hinterfragen, und stempeln die Bürger zum technologischen Bremsklotz, die die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen am Hungerberg verhindern wollen.

Womöglich entgehen der Region Milliarden an Steuergeldern? So einfach ist das nicht! Bürger sind mündig und sie hinterfragen, neben der wirtschaftlichen Seite, auch die Auswirkungen auf die Umwelt, direkt als auch indirekt. Man wünscht sich, dass die Verantwortlichen endlich die „Katze aus dem Sack lassen“ und Tatsachen auf den Tisch gelegt werden. Verantwortung gegenüber der Region ist einfach mehr.

Gert Carstens, Kirchheim

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