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Von Wendlingen nach Ulm

Zugverkehr Vom Fahrplanwechsel im Dezember 2022 an könnte es für die Neckarstadt eine Direktverbindung über die ICE-Trasse geben. Von Sylvia Gierlichs

Dieser Metropol-Express von Go-Ahead fährt ab Plochingen durchs Filstal nach Ulm. Ende 2022 ist geplant, einen Regionalzug über
Dieser Metropol-Express von Go-Ahead fährt ab Plochingen durchs Filstal nach Ulm. Ende 2022 ist geplant, einen Regionalzug über den Merklinger Bahnhof nach Wendlingen fahren zu lassen. Foto: Jürgen Holzwarth

Dass auf der ICE-Trasse zwischen Wendlingen und Ulm von Dezember 2022 an die ersten Züge die Alb rauf und runter fahren, war bereits klar. Über die Güterzuganbindung werden die Züge auf die bestehende Strecke Tübingen-Stuttgart oder nach Ulm geleitet. Doch auch, wenn die ICE zwischen Wendlingen und Stuttgart nicht mit 250 Stundenkilometern die Bestandsstrecke entlangdonnern werden - ein Halt in Wendlingen ist dennoch nicht geplant. Sonst würde aus dem Schnellzug ja ein Bummelzug.

Die schnellen ICE sind jedoch nicht die einzigen Züge, die sich von der Alb auf den Weg ins Neckartal machen. Auch Regionalzüge sind von Dezember 2022 an unterwegs. Möglich macht das der neue Bahnhof in Merklingen. Der wurde auf Betreiben des Laichinger Bürgermeisters, verschiedener Abgeordneter und Kreisräte und eines Bündnisses aller Orte des Laichinger Gemeindeverwaltungsverbandes Laichinger Alb realisiert. Und zwar, als die Bauarbeiten für die Neubaustrecke bereits in vollem Gang waren. Der Bahnhof, der 53 Millionen Euro gekostet hat, ist inzwischen schon fix und fertig gebaut.

Regionalzüge halten

Die gute Nachricht für Wendlingen: Diese Regionalzüge haben ihren Endhaltepunkt am Wendlinger Bahnhof. Denn auf der Bestandsstrecke Tübingen-Stuttgart wird einiges los sein, wenn neben S-Bahnen und den Regionalzügen auch noch die ICE in Richtung Stuttgart fahren. Dass das funktioniert, daran tüfteln bei der Deutschen Bahn die Fahrplanexperten schon seit einiger Zeit herum. Es dürfte jedoch klar sein, dass für noch einen Regionalzug kein Platz mehr sein wird. Die Fahrgäste des Regionalzuges steigen daher in Wendlingen in die S-Bahn um.

Für die Wendlinger, die nach Ulm wollen, bedeutet dies: Sie haben bis 2025 eine schnelle Verbindung nach Ulm. Denn bisher mussten sie über Plochingen nach Ulm fahren. Mit allen Zwischenhalten. Warum nur bis 2025? Ab 2025 fährt auch der Regionalzug, wie die ICE, geradeaus weiter über die Neubaustrecke zum Flughafen und damit an Wendlingen vorbei. Es sei denn, jemand findet jetzt fix noch eine Lösung für die dauerhafte Anbindung von Wendlingen nach Ulm. Das wäre zwar nicht die ersehnte Tangentiale auf die Fildern, unattraktiv wäre die Verbindung aber nicht.

Auch für die Nürtinger, Oberboihinger und Kirchheimer könnte sich hier eine interessante Bahnverbindung auftun. Vor allem, wenn die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Regionalbahnen aus Tübingen und die der Teckbahn sowie der Regionalbahn aus Merklingen nicht allzu weit auseinanderklaffen und somit die Wartezeiten erträglich sind.

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