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Vorsicht vor Übermut

VfL Kirchheim An der Jesinger Allee steht das Integrieren junger Spieler ganz oben auf der Prioritätenliste. Vom lange anvisierten Aufstieg spricht niemand mehr. Von Reimund Elbe

Noch Luft nach oben: Beim Aus im Bezirkspokal gegen Ötlingen blieb der VfL hinter den Erwartungen zurück - das soll sich nach de
Noch Luft nach oben: Beim Aus im Bezirkspokal gegen Ötlingen blieb der VfL hinter den Erwartungen zurück - das soll sich nach dem Wunsch der Verantwortlichen in der Bezirksligarunde ändern. Foto: Markus Brändli

Beim VfL Kirchheim war in diesem Jahr „Zehnjähriges“. Doch nicht jedes Jubiläum sorgt für Frohsinn und dieses schon gar nicht. Ein Jahrzehnt ist er her, der traurigste Tag der Kirchheimer Fußballgeschichte, der 26. Juli 2011, an dem die Abteilungsverantwortlichen kurz vor dem Start der damaligen Oberligasaison offiziell den sofortigen und kompletten Rückzug der Mannschaft erklärten. Der Fall bis in die Kreisliga A folgte.

Ein Jahrzehnt später scheint der einstige Fußball-Markenführer der Teckregion zwar grundsätzlich auf dem Weg der Besserung, läuft aber sportlich weiter gegen Windmühlen. Seit Jahren verharrt der VfL in der Bezirksliga, nach einem erneuten Umbruch in der Lockdownphase gibt sich die Abteilungsspitze für die kommende Spielzeit nun deutlich vorsichtig(er). Das Ziel „einstelliger Tabellenplatz“ deutet darauf hin.

In der Tat fehlt angesichts der neuerlichen personellen Fluktuation an der Jesinger Allee die Vorstellungskraft, die am höchsten gehandelten und gut eingespielten Teams des FC Esslingen und JC Donzdorf auch nur ansatzweise gefährden zu können. Der Konkurrenz fällt dies offenbar auch auf. Wurde vor vergangenen Spielzeiten der VfL als heißester aller Titelanwärter betrachtet, fällt der Klubname in der aktuellen Umfrage nur selten.

Der Verlauf des Bezirkspokals taugt auch nicht als Mutmacher. Während der FC Esslingen vergangenen Sonntag den Pott für die aktuelle Saison einkassierte, der JC Donzdorf im Juli für die vergangene, tauchte der VfL in den Schlussrunden erst gar nicht mehr auf. Jüngst scheiterten die Blauen in der dritten Runde gar beim B-Ligisten TSV Ötlingen.

Fünf Junioren rücken auf

Die Vorzeichen für die Kirchheimer für die neue Runde könnten somit besser sein, zumal mit Dominik Cseri nach Meksud Colic (TSV Bad Boll, bereits in der vergangenen Winterpause) ein weiterer potenziell Torhungriger Kirchheim verließ. Mit der Rückkehr von Max Pradler setzen die VfL-Verantwortlichen allerdings ein Zeichen. Dem Offensivmann mit Landesligastationen in Bad Boll, Bonlanden, Echterdingen und Köngen könnte eine zentrale Rolle zukommen - nicht nur was das Erzielen von Treffern betrifft, sondern auch als Leader für die jüngere Spielergeneration. Fünf Junioren rücken in den Kader auf. „Wir gehen weiter unseren Weg mit der Integration sehr gut ausgebildeter Jugendspieler“, erklärt Fußball-Abteilungschef Marc ­Butenuth.

Oberstes Ziel sei es, dass die nun zusammengestellte Mannschaft als Einheit funktioniere und der Trainer seine Handschrift mit einbringen könne. Der Coach heißt seit November 2020 Armin Ohran, selbst ehemaliger Jugend- und Oberligaspieler des VfL Kirchheim, Zwillingsbruder Almir (ebenso ehemaliger VfL-Jugendspieler) gibt den „Co“. Sie haben vor allen Dingen eins nicht: den Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen - eine durchaus komfortable Situation.

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