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Wahlen sind FolkloreZentrale Bildungspolitik

Zum Artikel „Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an“ vom 12. September und zur Berichterstattung über fehlende Lehrerstellen

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Bahnbrechend ist die Erkenntnis von Andreas Stoch, dass der Bildungsbereich in Deutschland unterfinanziert ist, ja nun wirklich nicht. Mindestens jeder, der Kinder hat, weiß das nur zu gut. Das sogenannte Kooperationsverbot aufzuheben, kann ich nur unterstützen. Aber anders und konsequenter, als sich die Damen und Herren Landespolitiker das wünschen. Während sich Herr Stoch wünscht, unkontrolliert die Kreditkarte des Bundes durchziehen zu können und mit diesen Finanzmitteln irgendetwas Ideologiereiches zu basteln, wäre der richtige Schritt, den überflüssigen Bildungsföderalismus endlich abzuschaffen. Solange sich die wohlhabenden Elternhäuser vom Starnberger See oder vom Killesberg für die letzten zwei oder drei Schuljahre vor dem Abitur ihrer Kinder eine nette Eigentumswohnung am Essener Baldeneysee oder in einer der schönen Hansestädte für ihre eher mittelmäßig begabten Sprösslinge leisten, nur damit diese dann mit einem Einser-Abitur in den Süden zurückkehren, um dann mittelmäßiger Mediziner zu werden, und gleichzeitig die Zahl der Schulabbrecher steigt, läuft ja wohl was falsch in dieser Republik.

Jährlich pilgern zig Kultusminister samt Tross nach Skandinavien oder Kanada, um die erfolgreichen Schulsysteme zu bewundern, und scheinen dann bis zum Ende der Legislaturperiode mit der Spesenabrechnung beschäftigt. Ändern tut sich nichts - höchstens in die falsche Richtung - siehe Bachelor- und Master-Studiengänge. Es ist höchste Zeit für eine bundeseinheitliche Bildungspolitik und einheitliche Lernzielkontrollen, Klausuren und Abiturprüfungen. Eine zentralisierte Bildungspolitik ist das Gebot der Stunde. Als Nebeneffekt ließen sich noch Millionen an Steuergeldern einsparen, die man dann gleich in Lehrerstellen statt Verwaltung investieren kann. Bildung ist nun mal das höchste und entscheidende Gut. Wenn Deutschland verarmt, dann durch Dummheit.

Bodo Lorenz, Schlierbach