Unzugeordnete Artikel

Wahlkampf, um sich zu schaden

Zum Artikel „Kretschmann verteidigt Stellenzahl“, 4. August

Stoch erklärt: „Teure Posten für teure Freunde.“ Das sind starke Worte. Rülke sagt: „Strategiedialoge eingeführt, wo der Hase Kretschmann dahin geführt wird, wo die Igel aus der Wirtschaft längst sind.“ Das klingt fast überzeugend. Aber „die Igel“ - oha, das ist gut! - über Satellitenbilder kann man sie deutlich erkennen. Sie hocken fest und steif da, wo Grund und Boden vor 50 Jahren spottbillig war. Gemeinde- und Stadtkämmerer werden wissen, welche Wertschöpfung und Steuergelder daraus fließen, zwischen Lindengarten und Kirchheimer Straße, nördlich zwischen Lauter und B 297. Ob es Arbeitsplätze dort gibt, wo Partyartikel und Gebrauchtwagen vertrieben werden? Lebensqualität bringt gerade noch der Hirschgarten. Die „Igel“ der Wirtschaft müssen zwar von der Politik gehört werden, aber manchmal sind sie zu viele - und wortgewaltige.

Hier ist das Thema Hungerberg unvermeidbar. Die Dettinger müssen sich das am 26. September gut überlegen. Ihre Vorfahren pflügten vor 75 Jahren den östlichen Flugplatz und sogar den Fußballplatz um, pflanzten Bohnen, Kartoffeln, Kohlrabi. Dettinger bepflanzten bis 1957 fast die ganze Kirchheimer Hahnweide, jetzt noch Gras-(!)platz. Zurzeit gibt‘s keine Lieferprobleme für Lebensmittel . . . Meine Großmutter freute sich über das erste Kirchheimer Auto, genoss bald elektrisches Licht, sauberes Wasser, rauchfreien Herd. Jeden Herbst kamen Dreschmaschine und Holzsäge. Sie sah Fotos, den Zeppelin, Düsenjäger und las vom Sputnik. Beinahe hätten wir jetzt eine Magnetschwebebahn am Boßlertunnel und so weiter, no!

Wir haben Nach-Urlaubs-Blues, wünschen uns die Vier-Tage-Woche anstatt familienfreundlicher sechs Tage à fünfeinhalb Stunden. Freiheit heißt heute „durchsetzen was geht“. Planung stört oft, ist kompliziert, „ungeil“.

Karl Dannenhauer, Weilheim

Anzeige