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Was den Reiz des Stadtwanderns ausmacht

Trend Thomas Horsmann und Marion Brucker haben einen Stadtwanderführer über München geschrieben.

Thomas Horsmann macht eine kleine Pause vor der Münchner Residenz.Foto: Marion Brucker
Thomas Horsmann macht eine kleine Pause vor der Münchner Residenz.Foto: Marion Brucker

München/Kirchheim. Thomas Horsmann steht mit Rucksack und Wanderschuhen vor der schönsten Kirche Münchens. Der gelbe Barockbau mit seinen Türmen und der Kuppel liegt im Herzen der Bayernmetropole. Von den Einheimischen wird sie liebevoll die nördlichste Stadt Italiens genannt. Ein Blick über den Platz verrät, warum: Der Baustil der Gebäude, nicht nur die Feldherrenhalle, die ein Abbild der Loggia dei Lanzi in Florenz ist, erinnert an Italien. Horsmann weiß, warum sich ein Tagesausflug nach München lohnt. Er hat gemeinsam mit Teckboten-Mitarbeiterin Marion Brucker „München zu Fuß“ verfasst.

„Es ist spannend, eine Stadt zu Fuß zu entdecken“, sagt er. „Man ist langsam genug, um alle Facetten wahrnehmen zu können: Häuser und Baustile, das Licht, die Atmosphäre, die Menschen auf der Straße und in den Parks, das Leben auf den Plätzen und in den Höfen.“ Für ihn gibt es mehrere Methoden, sich einer Stadt zu Fuß zu nähern. „Am liebsten schlendere ich durch die Innenstadt, wenn ich erstmals in eine Stadt fahre. Ich lasse mich treiben und schaue, spüre, fühle die Stadt.“. Dazu nimmt er einen Reiseführer mit, um nachzulesen.

Hat er ein konkretes Ziel, dessen Besuch sich lohnt, wie Marienplatz und Viktualienmarkt, Olympiagelände oder Schloss Nymphenburg, geht er vom Hauptbahnhof zu Fuß dort hin. „Das können ruhig fünf oder sechs Kilometer sein, aber nicht entlang der Hauptstraße, sondern durch kleine Straßen, das macht mehr Spaß“, schwärmt er. Zum Marienplatz mit dem berühmten Rathaus und dem Glockenspiel sind es rund 1,5 Kilometer durch die Fußgängerzone. Täglich um 11 Uhr und 12 Uhr, im Sommer auch um 17 Uhr, lässt sich das melodische Geläut hören, das vom Tanz der Schäffler oben im Rathausturm begleitet wird.

Weiter ist es auch möglich, gezielt eine Route in einem Stadtführer zu suchen. „So haben wir unseren Stadtführer ‚München zu Fuß‘ konzipiert: Routen, die die überlaufenen Attraktionen streifen und die schönen Seiten der Isar-Metropole zeigen“, sagt Horsmann. Um sich einen Überblick zu verschaffen, eignet sich eine Route mit Turmbesteigung. „München von oben ist am besten vom Rathausturm zu sehen oder vom Kirchturm des Alten Peter“, empfiehlt er. Wegen der Pandemie rät er, unbedingt etwas zu Essen und zu trinken mitnehmen sowie ein Alusitzkissen. Die Münchner Gastronomie hat neben den Biergärten seit der Pandemie zwar zusätzliche Freisitzflächen aber je nach Inzidenzwert sind sie geschlossen.

Doch in der Innenstadt gibt es immer wieder Bänke, um das Rucksackvesper oder, wie es in Bayern heißt, die Brotzeit zu genießen. - Ob im Hofgarten, im Kabinettsgarten oder neben der Gedenkstätte für Michel Jackson vor dem Hotel Bayerischer Hof. Und natürlich im Englischen Garten. Der eignet sich besonders für eine Tour mit Kindern. „Dort läuft man nicht an der Straße, es gibt Schafe, Gänse und gebändigte Natur“, sagt Horsmann. Am Eisbach können Surfer beobachtet werden und an schönen Tagen ziehen Eisverkäufer durch den Park.

Am besten gefällt Horsmann der Park am Morgen. Ihn faszinieren die Schatten der Bäume, der Dunst, der über den Wiesen wie ein Schleier liegt. „Gerade wenn man Fotos macht, ist es morgens wunderschön“, meint er. Für ihn gehört die Kamera unbedingt ins Gepäck. „So bleibt die Erinnerung lebhafter, von welcher Städtereise auch immer.“pm

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