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Was für ein Possenspiel

Zum Artikel „Beamtin lässt Strafzettel verschwinden“ vom 22. April

Der Bericht, dass einer bis dato unbescholtenen Beamtin wegen 15 Euro Verwarnungsgeldes, das sie wegen ihres Mannes „verschwinden“ ließ, der Prozess gemacht wird, macht sprachlos. Involviert waren, neben der Vorgesetzten, auch ein Jurist des Landratsamtes. Eine Amtsträgerin muss bestraft werden, da sie sich einen Vorteil verschafft habe, um so das Vertrauen der Öffentlichkeit nicht zu gefährden, so der Richter. Zusätzlich wird überprüft, ob die Beamtin vermindert schuldfähig ist. Was ist das nur für ein Hohn, was für ein Possenspiel, das hier getrieben wird. Ein Armutszeugnis dies auch noch in den Medien zu präsentieren.

Während deutsche Politiker wegen des Maskenskandals die eigene Bevölkerung um mindes­tens eine halbe Million Euro betrogen haben, macht man der Beamtin einen Prozess wegen 15 Euro. Bei der Beamtin hätte eine interne, satte Abmahnung, beziehungsweise ein Disziplinarverfahren genügt, anstelle sie vor ein Gericht zu zerren. Die betroffenen Politiker aber zeigen noch Unverständnis für den Betrug und erhalten weiterhin Geld und Pensionen vom deutschen Steuerzahler. Von Scham ist man weit entfernt. „Zum Wohle des deutschen Volkes“, so lautet der Amtseid. Angesichts der Bereicherung deutscher Politiker ist das eine Farce, denn dort sollte es heißen „zum Wohle meiner eigenen Interessen“. Da kann man nur noch von einer Bananenrepublik sprechen.

Gert Carstens, Kirchheim

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