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Weichen für die Zukunft stellen

Geldsegen Der Verband Region Stuttgart unterstützt die Initiative „Mach ES“ mit einem Förder­betrag von 238 700 Euro.

Esslingen. Um alle Akteure, die am Innovationsnetzwerk „Mach ES - Transformation Landkreis Esslingen“ mitknüpfen, auf ein Foto zu bringen, bräuchte es ein Weit­winkel-Objektiv. Die ­scherzhaft gemeinte Bemerkung, die der Esslinger Landrat Heinz Eininger am Rande der Überreichung eines Förderbescheids des Verbands Region Stuttgart in Richtung der Fotografen gemacht hat, könnte man auch als Anspielung auf den Sinn des Bündnisses deuten. Denn der Zusammenschluss aus Kommunen, Kammern und Banken hat sich zur Aufgabe gemacht, die heimische Wirtschaft aus der Weitwinkel-Perspektive zu betrachten. Dafür stehen in den kommenden beiden Jahren 477 535 Euro zur Verfügung. Exakt die Hälfte davon, 238 675 Euro und 50 Cent, schultert jetzt der Verband Region Stuttgart.

Auf der Internetplattform zur Gründungsförderung geht es darum, die Weichen in die Zukunft zu stellen. Dazu braucht es nach Ansicht der Initiatoren neben den Weltmarktführern, die in der Regel eigene Denkfabriken unterhalten, noch viel mehr kleine Innovationsbausteine. „Wir brauchen mehr Gründermentalität in den nächsten Jahren. Und wir wollen zeigen, dass wir mehr können als nur Auto“, sagt Eininger.

Kein Konkurrenzdenken

Um den Gründergeist zu befeuern, haben die Kommunen ihr Konkurrenzdenken laut Eininger hintangestellt. So war zur Über­gabe des Förderbescheids nicht nur der Leitende Geschäftsführer der IHK Region Stuttgart, Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, Christoph Nold, ins Landratsamt gekommen, sondern, im demonstrativen Schulterschluss, auch die Wirtschaftsförderer der Städte Esslingen, Kirchheim, Nürtingen und Filderstadt. Auch der Landkreis trägt sein Scherflein zum Gelingen bei. „Wir gehen auf unsere beruflichen Schulen zu und versuchen, im Handwerk und in den IHK-Berufen das Interesse an einer selbstständigen Tätigkeit zu fördern“, sagt Eininger. Beim Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart Thomas S. Bopp rennt er damit offene Türen ein. „Es fehlt nicht an den guten Ideen, sondern an der Bereitschaft, sie umzusetzen“, sagt Bopp.

Diese Schnittstelle versucht auch der Landkreis zu besetzen. Über den Innovationspreis wird ein breites Netzwerk in den kleinen und mittleren Unternehmen entstehen. Flankiert würde die Szene von Banken und Sparkassen, die das Wagniskapital bereitstellen würden. Trotzdem gebe es keine Garantie dafür, dass aus den Zutaten ein Erfolgsgebräu wird. „Jedes Start-up muss auch die Kultur des Scheiterns mitdenken“, sagt Eininger. Auch da gebe es noch einen Nachholbedarf in den Köpfen.Thomas Schorradt

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