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Weilheimer wittern Morgenluft

Fußball-Kreisliga A Kann der TSVW II die Unruhe in Grafenberg nach dem dortigen Trainerwechsel nutzen? Die TG Kirchheim muss im Duell mit Topteam Nabern auf Torjäger Tiago Santos-Araujo verzichten. Von Reimund Elbe

Rot im Glück: Der TSV Weilheim II wähnt sich nach dem Sieg bei der TG im Aufwind - ob das Selbstvertrauen für eine Überraschung
Rot im Glück: Der TSV Weilheim II wähnt sich nach dem Sieg bei der TG im Aufwind - ob das Selbstvertrauen für eine Überraschung gegen Grafenberg reicht? Foto: Carsten Riedl

Wenn der TSV Weilheim II am morgigen Sonntag zum Heimspiel gegen den TSV Grafenberg antritt, wird es im Lindachstadion vorm Anpfiff keinen Faust-Gruß zwischen den Trainern geben. Martin Schuster hat seinen Dienst als Trainer der Grafenberger urplötzlich quittiert (wir berichteten). Unterm Florian setzen sie nun auf den frisch installierten Christian John. „Der neue Trainer setzt auf ein Wir-Gefühl“, schildert Grafenbergs Sprecher Tobias Gugel erste Eindrücke. Die durch das Trainerbeben zuletzt „angespannte Situation“ verbessere sich dadurch von Tag zu Tag. Die Meinung über den kommenden Gegner? „Weilheim spielt tendenziell gegen den Abstieg“, sagt Gugel.

Weilheims Kapitän Lars Wiest gibt sich entsprechend zurückhaltend. „Nicht nur der Trainerwechsel in Grafenberg macht uns vorsichtig“, merkt der Spielführer an, grundsätzlich sei der TSVG ein Team, das eher der oberen Hälfte der Liga zuzuordnen sei. Motivierend für die Limburgstädter - neben dem jüngsten 6:3-Triumph bei der TG Kirchheim - ein Blick in die Statistik: Das Team von Robert Walter und Robert Bressmer hat nach zwei Spieltagen mit drei Zählern beinahe schon so viele Punkte geholt wie in vergangener Abbruchrunde nach neun Matches (fünf). Launiger Kommentar hierzu von Lars Wiest: „Wir wollen immer gewinnen, aber manchmal ist es eben nicht möglich.“

Nabern setzt auf Langholz

Mit Siegen kennen sich die Fußballer des SV Nabern bestens aus. Neben der Maximalpunktzahl sechs aus den ersten beiden Begegnungen gefällt Marcel Geismann besonders die Offensivwucht. „Acht Tore aus zwei Partien sind ein großer Fortschritt“, vergleicht der Keeper und Spielertrainer den Wert mit einstigen Zeiten. Vor der Partie bei der TG Kirchheim redet Geismann nicht ums Thema herum: „Wir sind favorisiert, wollen dies auf dem Platz zeigen.“ Dass die Naberner bereits im Spätsommer bei der Turngemeinde kicken, passt durchaus ins Konzept. „Im Herbst oder Frühjahr ist der Platz dort womöglich deutlich schwerer zu bespielen“, so Geismann. Sollte das Geläuf wider Erwarten holprig sein, erteilt der kickende Coach bereits vorab die Freigabe für raumgreifende Zuspiele. „Langholz klingt in diesem Zusammenhang leider meist negativ, dabei kann ich lange Bälle durchaus auch als ein taktisches Mittel unter mehreren einsetzen“, erklärt Geismann.

TG-Coach Mehmet Akkoyuncu muss derweil vor dem Duell („Nabern ist einer der Favoriten dieser Liga“) ein großes Problem lösen: wie er den Ausfall des Kapitäns und Torjägers Tiago Santos-Araujo kompensiert. Der einstige VfL-Oberligastürmer wird nach Einschätzung seines Coachs „mindestens drei bis vier Wochen“ ausfallen. „Tiago wurde mittlerweile genäht. Da aber die Verletzung im Ohrbereich ist, hilft eine Gesichtsmaske nicht weiter“, erläutert Akkoyuncu. Santos-Araujo hatte sich vergangenen Sonntag beim 2:1 in Grafenberg die Blessur zugezogen.

SFD-Gegner mit Respekt

Auf die SF Dettingen wartet am Sonntag in Altdorf ein voraussichtlich unangenehmer Job. „Wir haben in der vergangenen Abbruchsaison gegen die SFD lange ein Remis gehalten“, erinnert sich Altdorfs Trainer Steffen Schrade nicht ungern an die 2:4-Niederlage am 6. September vergangenen Jahres und verteilt Komplimente. „Die Sportfreunde haben eine Superoffensive sowie mit ihrem Spielertrainer Kadrija einen Topakteur“, so Schrade und fügt hinzu, dass für Altdorf jedes Spiel „ein Spiel im Kampf um den Klassenverbleib“ sei.

Das andere Extrem gibt’s am Sonntag in Oberboihingen: Der Ligazweite TSVO fordert Spitzenreiter Türkspor Nürtingen heraus. Drei Siege, neun Punkte - morgen wird für einen der beiden das Sammeln des Optimums zu Ende sein.

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